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Handball: Prokops teures taktisches Foul

04.11.2009 | 18:21 |  (Die Presse)

Gunnar Prokop muss 45.000 Euro Strafe zahlen. Auch der Verein kam nicht ungeschoren davon: Hypo Niederösterreich muss 30.000 Euro Strafe bezahlen.

WIEN (ag./mhk). Es war ein teures taktisches Foul, das Gunnar Prokop im Champions-League-Spiel von Hypo Niederösterreich gegen Metz begangen hatte. Der 69-Jährige war vergangenen Donnerstag Sekunden vor Spielende auf das Feld gestürmt und hatte sich der ballführenden Metz-Spielerin Svetlana Ognjenovic in den Weg gestellt. Mit der Attacke unterbrach Prokop einen Konter der Gegnerinnen und trug dazu bei, seinem Team ein 27:27 zu retten.

Das dreiköpfige Schiedsgericht des Europäischen Handballverbandes (EHF) verurteilte Prokop, der in der Zwischenzeit als Trainer zurückgetreten ist, zu einer Geldstrafe in Höhe von 45.000 Euro, zudem wurde er von allen EHF-Bewerben ausgeschlossen.

Schon Dienstagnachmittag wurde Prokop, 2001 von der EHF noch zum „Coach of the Century“ gewählt, von allen EHF-Funktionen suspendiert.

Auch der Verein kam nicht ungeschoren davon: Hypo Niederösterreich muss 30.000 Euro Strafe bezahlen, zudem soll dem Team jener Punkt aberkannt werden, der beim 27:27 gegen Metz errungen wurde. Hypo rangiert nunmehr mit zwei Zählern hinter Tabellenführer Krim Laibach mit vier Punkten.

Prokop hat wenige Stunden vor der Urteilsverkündung gemeint, das Regulativ sehe für die von ihm im Spiel gegen Metz gesetzte Aktion keine Sanktion vor: „Wenn nichts in den Satzungen steht, kann man auch nicht strafen. Wegen Unsportlichkeit kann es eine Geldstrafe bis 15.000 Euro geben.“ Für den Fall einer Suspendierung für mehr als ein paar Spiele kündigte er einen Einspruch an – für das ihm das Regulativ 21 Tage Frist gewährt. Außerdem würde er dann überlegen, vor den Europäischen Sportgerichtshof zu gehen.

Nach dem Urteilsspruch war Prokop für keine Stellungnahme erreichbar.

Weiter offen ist auch, wer Prokop als Trainer nachfolgen wird. Es gebe zahlreiche Interessenten, er Prokop, habe bisher nur mit einer Person gesprochen, „mein Lieblingskandidat hat keine Zeit“. Gesucht werde ein Kandidat, der von der Mannschaft akzeptiert werde und mit Spielertrainerin Seong-Ok Oh harmoniere.


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