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Formel 1: Vettel will „Beliebigkeit der Sieger“ beenden

22.06.2012 | 18:35 |  (Die Presse)

Hitzewelle und Reifensorgen plagen das Fahrerfeld beim GP von Valencia. Ingenieure und Mechaniker sind gefragt, mehr denn je führt der Weg zum Sieg über ihre Handfertigkeit beim Reifenwechsel.

Valencia/Ag. Stark bremsen, danach sofort aus der Kurve auf 200 km/h oder mehr beschleunigen, wieder abbremsen und erneut Gas geben. Der gewohnte Ablauf eines Formel-1-Rennens macht Mensch und Maschine kaum noch zu schaffen, der einzig verbliebene und in diesem Fall besonders heikle Punkt ist der Reifen. Müssen die Piloten ohnehin stets schonend mit den von Pirelli in unterschiedlichem Härtegrad zu Verfügung gestellten Pneus umgehen, so obliegt am Sonntag nun der kompletten Mannschaft beim Grand Prix von Valencia (Start 14 Uhr, ORF1) Wachsamkeit. Denn bei erwarteten Asphalttemperaturen von über 40 Grad verlieren die „Einheitsreifen“ noch schneller an Grip.

Daher ist davon auszugehen, dass der Grand Prix am Sonntag wohl in der Boxenstraße entschieden wird. Ingenieure und Mechaniker sind gefragt, mehr denn je führt der Weg zum Sieg über ihre Handfertigkeit beim Reifenwechsel.

Vor allem Red Bull will sich in Valencia in Stellung bringen. Seit 2010 hieß der Sieger im spanischen Hafenrennen stets Sebastian Vettel, und geht es nach Motorsportchef Helmut Marko, soll der Deutsche auch am Sonntag als Sieger triumphieren. Damit wäre nicht nur die „Beliebigkeit der Sieger“ – sieben Rennen brachten sieben Sieger auf das Podest –, beendet, sondern der Bullen-Rennstall in der WM-Wertung wieder voran.

 

Die Poleposition entscheidet

Vettel, 24, startet dieses Unterfangen zwar mit der gewohnten Sicherheit und dem Selbstvertrauen eines Doppelweltmeisters. Die einzige Ungewissheit stellt jedoch weiterhin sein Dienstwagen dar. Der RB8 fährt (noch) nicht auf dem Niveau des Vorjahresmodells und bringt Vettel insofern ins Hintertreffen, da speziell er in der Vergangenheit von der besten Startposition, der Poleposition, im Vergleich mit dem Rest des Fahrerfeldes am meisten profitiert hat.

Beim dritten Rennen auf einem Straßenkurs in Folge nach Monaco (Sieger: Webber) und Kanada (Sieger: Hamilton) ist die Pole auch in Spanien enorm wichtig. Wenngleich der „Street Circuit“ rund um die Marina Juan Carlos I breit ist und zu Überholmanövern einlädt, ist dieser Kurs auch mit den meisten Kurven, 25 an der Zahl, im ganzen WM-Zirkus geschmückt. Erschwerend kommt hinzu, dass zehn dieser Kurven der langen Geraden, auf der 300 km/h und mehr gemessen werden, folgen. Sie müssen im ersten und zweiten Gang bewältigt werden.

Der schonende Umgang mit den Reifen, zu bewerkstelligen mit dezentem Zwischenspiel von Gas- und Bremspedal, ist entscheidend. Valencia mag der Strecke und den Anforderungen in Bahrain ähneln, auch gewann Vettel dort, doch von freier Fahrt wollte der Deutsche nichts wissen. „Wir haben uns seitdem nicht in dem Ausmaß verbessert, wie wir es gern hätten. Die Poleposition ist entscheidend.“


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