Österreichs Ausbeute bei den Olympischen Sommerspielen 2008 liest sich ziemlich bescheiden: Silber im Judo durch Ludwig Paischer, Bronze durch Mirna Jukic im Schwimmen und Violetta Oblinger-Peters im Wildwasser-Kanu. Damit wurde das Ergebnis von 1996 in Atlanta eingestellt, eine noch dürftigere Bilanz musste man zuletzt vor 32 Jahren in Montreal (einmal Bronze) ziehen. Leo Wallner, der Präsident des Österreichischen Olympischen Comités, bezeichnete die Auftritte der 70-köpfigen Abordnung in Peking als „interessant“, Anlass zur Kritik sieht er auch diesmal nicht. Der ÖOC-Präsident hätte vermutlich auch noch in einem rotweißroten Total-Flop etwas Positives gefunden.
Für Wallner ist das Glas halb voll, obwohl Österreich in der Medaillen-Wertung nur den 62. Platz belegen konnte. Aussagekräftiger ist jedoch der Vergleich mit anderen europäischen Nationen. Von den 27 EU-Ländern haben 22 besser als Österreich abgeschnitten, geschlagen werden konnten Irland, Luxemburg, Zypern und Malta. Für Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka, der in Peking stets freundlich in die Kameras lächelte, ist das Glas daher halb leer. Österreich war in China in nur 14 Sportarten vertreten, in ebenso vielen Sportarten hingegen war man überhaupt nicht präsent. Lopatka klammert sich nun an „Perspektivengespräche“ im September, die Nationalratswahlen aber werden den neuerlichen Versuch einer Strukturverbesserung garantiert auf Eis legen. (Berichte: S. 21, 22)
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