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Ski alpin: Umstrittene Premieren in der Halle

05.11.2009 | 18:36 |  (Die Presse)

Österreich ist am Samstag mit acht Damen und zehn Herren bei der Hallen-Ski-EM in Amnéville vertreten. Die FIS droht dem Veranstalter mit Sanktionen.

AMNÉVILLE (mhk). Es ist eine doppelte Premiere, die das Publikum am Samstag vor den Fernsehgeräten erwartet: Erstmals werden Skieuropameister ermittelt, erstmals wird ein Hallenevent übertragen. ORF1 überträgt am Samstag live ab 10.50 Uhr.

Austragungsort ist die „Snow- hall“ im französischen Amnéville, unweit der luxemburgischen und deutschen Grenze gelegen, in der bereits vor einem Jahr Europacupbewerbe des Skiweltverbandes FIS über die Piste gingen. Auf dem 620 Meter langen und 35 Meter breiten überdachten Hang mit 90 Meter Höhenunterschied und einer 60 Zentimeter dicken Schneedecke geht es nun erstmals um Medaillen. Angesichts der Pistenbeschaffenheit logischerweise nur im Slalom. Der sportliche Wert wird – gerade auch deshalb – von vielen Seiten hinterfragt.

Ein „Gaudirennen“ soll es aber keineswegs werden, versichert der Veranstalter. Als solcher tritt die im Mai dieses Jahres gegründete European Ski Federation (ESF) auf. Der Zusammenschluss des österreichischen, schweizerischen, italienischen und französischen Verbandes, dem ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel vorsitzt, bezeichnet sich selbst als „Wächter des europäischen Skisports“. Diese vier nationalen Verbände hatten sich bereits seit einiger Zeit nicht mehr ausreichend von der FIS vertreten gefühlt.

Bislang haben rund 80 Läufer und Läuferinnen aus 13 Nationen genannt, die bei der Premiere des Events um die zwölfeckigen Medaillen kämpfen.

Die Halleneuropameisterschaft aber ist nicht nur sportlich umstritten, auch politisch, weil die FIS die ESF nicht anerkennt und dementsprechend die EM nicht in den offiziellen Kalender aufgenommen hat. Die FIS überlegt vielmehr Sanktionen gegen die teilnehmenden Verbände, über die noch im November entschieden werden soll. Immerhin konnte Athletensprecher Kilian Albrecht im Gespräch mit FIS-Präsident Gian Franco Kasper erwirken, dass Athleten, die bei der EM starten, straffrei bleiben.

Österreich ist in Amnéville mit acht Damen und zehn Herren vertreten. Slalomolympiasieger Benjamin Raich wird aber ebenso fehlen wie die verletzte Nicole Hosp. Nach dem Training am heutigen Freitag werden am Samstag die ersten Titelträger im K.-o.-Modus ermittelt. Die jeweils besten acht Damen und Herren sind im Finale gesetzt, acht weitere kommen aus der Qualifikation dazu.


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