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Microsofts Tabet-Hoffnungen ruhen auf der IFA

28.08.2012 | 15:18 |  (DiePresse.com)

Viele Hersteller werden noch vor dem Start von Windows 8 erste Geräte auf der Messe in Berlin präsentieren.

Mit Windows 8 macht Microsoft sein wichtigstes Produkt fit für Tablet-PCs und Smartphones. Das neue Betriebssystem des US-Softwareriesen soll auch auf den mobilen Geräten laufen. Windows PCs, Handys und Tablets erhalten so eine weitgehend einheitliche Benutzeroberfläche. Das könne ein entscheidender Wettbewerbsvorteil für den Konzern werden, meint die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu). "Es könnte sein, dass viele sagen: Ich benutze das System sowieso im Büro, warum soll ich dann nicht auch mobil darauf setzen?", sagt Sprecher Roland Stehle.

Inkonsistenzen

Sollte sich die Vorhersage bewahrheiten, hätte Windows sein Ziel erreicht: den Tablet-Markt erobern. Bisher herrscht hier Apple mit 17 Millionen verkauften Geräten im zweiten Quartal 2012. Samsung, die Nummer zwei, konnte in derselben Zeit nur 2,4 Millionen Tablets absetzen. Aber im Test von DiePresse.com offenbarten sich einige Ungereimheiten, was den Übergang zwischen Touchscreen- und Desktop-Bedienung anbelangt.

Das größte Problem ist auch laut anderen Testergebnissen, dass Microsoft sich zwar eine neue Oberfläche überlegt hat, die gut mit dem Finger zu bedienen ist, aber immer wieder aus dem neuen ins alte Schema fällt. Dann bräuchte es doch wieder Tastatur und Maus, um das Tablet ohne große Umstände zu bedienen. Wer dann die Maus in die Hand nimmt, dem fehlen plötzlich viele Funktionen - so können PDF-Dokumente zum Scrollen nicht in der Mitte gegriffen und verschoben werden.

Microsoft im Hintertreffen

Apple mit seinem iOS und Googles Android-System sind auf dem mobilen Markt schon viel länger unterwegs. Programme für Spiele und Anwendungen, sogenannte Apps, stehen für diese Systeme schon Tausende zur Verfügung, während die Zahl der Windows 8-Apps nur schleppend wächst. iOS und Android werden seit Jahren verbessert, und die Verbraucher haben sich an diese Systeme gewöhnt. "Außerdem bleibt Apple natürlich eine große Stilikone", gibt gfu-Sprecher Stehle zu bedenken.

Trotzdem: Bisher bietet kein Hersteller eine Hardware übergreifende einheitliche Oberfläche an. Und Microsoft setzt noch auf eine zweite Entwicklung: sogenannte Hybridgeräte. Die lassen sich sowohl mit dem Finger als auch mit Tastatur und Maus bedienen und könnten künftig den Laptop mit dem Tablet verschmelzen.

Zahlreiche Modelle erwartet

Immer mehr Hersteller bringen stationäre PCs, die beide Steuerungen ermöglichen, auf den Markt. Ob der Plan aufgeht, könnte sich auf der IFA abzeichnen, die am Freitag in Berlin eröffnet. Viele Hersteller haben schon Tablet-PCs für Windows 8 angekündigt: Dell, Lenovo, Asus, Samsung und auch Microsoft selbst. Viele haben bereits im Juni auf der Computex in Taiwan einige Geräte diesbezüglich gezeigt.

Mit solchen Hybridgeräten sollten auch einige Probleme in der Steuerung von Windows 8 verschwinden, da diese die Vision des Herstellers, Touchscreen und klassische Bedienung zu vereinen, umsetzen.


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