Hintergrund- bzw. Umgebungsgeräusche gehören zu den lästigsten Nebenerscheinungen beim Musikhören über Kopfhörer. Dachte sich Erfinder und Unternehmensgründer Amar G. Bose während eines Transatlantikflugs und erfand kurzerhand die sogenannte „Noise Cancellation Technology“. Zu finden ist sie im neuen Bose-Kopfhörer „QuietComfort 15“, der passenderweise seinen ersten Praxistest in einem Flugzeug glänzend bestand.
Ideal im Flieger
Dank eines mitgelieferten Adaptersteckers kann der Kopfhörer nicht nur an iPod und Co., sondern auch an das Audiosystem in den meisten Flugzeugen angeschlossen werden. Setzt man den Kopfhörer auf, hört man zuerst einmal...nichts. Da der „QuietComfort 15“ mit Elektronik vollgestopft ist, benötigt er auch Strom – eine kleine AAA-Batterie, die allerdings mehr als 30 Stunden Dauerbetrieb durchhält und somit auch den längsten Flug bravourös übersteht. Sobald man den Schalter umlegt, rückt das Getöse der Triebwerke plötzlich in weite Ferne, nur ein leichtes Brummen ist noch wahrzunehmen. Sobald dann die Musik erklingt, wird auch dieses Geräusch verschluckt; das Klangerlebnis ist für einen Flug tatsächlich einzigartig.
Auch die Musik aus dem iPod klingt perfekt. Das Feine daran: Man muss nicht mehr die Lautstärke voll aufdrehen, um den Flugzeuglärm zumindest ansatzweise zu übertönen, sondern kann sich genussvoll auch relativ leisen Klängen hingeben.
Im Zug funktioniert der „QuietComfort 15“ ebenfalls, allerdings mit einer kleinen Einschränkung: Das schrille Schleifgeräusch der Bremsen dringt fast ungehindert durch. Der Grund: Die Elektronik filtert in erster Linie tiefe Frequenzen, wie sie von Motoren oder Triebwerken erzeugt werden, heraus, soll aber die menschliche Stimme durchlassen, damit man wichtige Ansagen versteht. In der Praxis zeigte sich dabei, dass weibliche Stimmen wesentlich besser zu verstehen sind als männliche, die aufgrund der tieferen Frequenz teilweise eliminiert werden.
Realisiert wird die Noise Cancellation, zu Deutsch Lärmunterdrückung, durch zwei in jede Muschel eingebaute Mikrofone. Diese nehmen sowohl die äußeren Umgebungsgeräusche wie auch die Töne, die direkt im Ohr ankommen, auf, analysieren sie und mischen sie mit der Musik. Durch „Gegentöne“ werden somit Klänge, die nicht zur Musik gehören, neutralisiert. Wünschenswert wäre an dieser Stelle vielleicht noch ein Regler, mit dem man den zu filternden Frequenzbereich und die Intensität selbst einstellen kann, aber dies würde natürlich wieder die einfache Anwendung – aufsetzen, einschalten, und genießen – zunichtemachen.
Wermutstropfen
Der Kopfhörer kann auch ohne Musikquelle benutzt werden, um den Umgebungslärm zu minimieren, ist dann allerdings nicht ganz so effizient. Das Hintergrundbrummen, das dennoch ans Ohr dringt, ist und bleibt lästig, auch wenn es dramatisch leiser ist als ohne den Kopfhörer. Wer einmal einen mehrstündigen Flug mit dem neuen Bose-Kopfhörer hinter sich gebracht hat, wird den Komfort später nicht mehr missen wollen. Der einzig wirklich große Wermutstropfen ist der Preis: Der QuietComfort 15 schlägt mit stolzen 350 Euro zu Buche.