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Gamescom: Videospielfest auch ohne Highlights

21.08.2012 | 18:17 | DANIEL BREUSS (Die Presse)

Europas größte Gaming-Messe konnte erneut 275.000 Besucher anlocken. Dabei fehlten mit Nintendo und Microsoft zwei wichtige Branchengrößen. Wirkliche Neuigkeiten gab es auf der Gamescom nicht zu sehen.

Was bringt junge Menschen dazu, vier Stunden Schlange zu stehen? Auf der Gamescom in Köln, die am Sonntag zu Ende ging, waren solche Szenen keine Seltenheit. Die Veranstalter mussten sogar Schlangen auflösen, da manche Videospielfans noch länger gestanden wären. Die Messe, zu der auch Besucher aus den Nachbarländern anreisten, bietet ihnen die Chance, viele Spiele auszuprobieren, die erst im Herbst auf den Markt kommen. Beliebte Klassiker sind die inzwischen unüberschaubaren Fortsetzungen des Fußballspiels „FIFA“ und der Action-Raserei „Need for Speed“. Auch die nächste Erweiterung des mit 9,5 Millionen Teilnehmern erfolgreichsten Online-Rollenspiels „World of Warcraft: Mists of Pandaria“, konnten die – vornehmlich jugendlichen und männlichen – Gaming-Fans ausprobieren.

 

Zwei Große fehlen

Der Ansturm auf die heurige Ausgabe der Gamescom ist nur bedingt verständlich. Mehr als 275.000 Besucher meldeten die Veranstalter, womit sie das Vorjahresniveau halten konnten. Dabei fehlten mit Nintendo und Microsoft zwei wichtige Branchengrößen. Bei Ersterem ist das insofern verwunderlich, da die Japaner noch für das Weihnachtsgeschäft 2012 ihre neue Konsole Wii U auf den Markt bringen wollen. Wie schon mit der Vorgängerin Wii beschreitet Nintendo hier neue Wege, da der Controller zusätzlich zu den klassischen Steuerknöpfen noch über einen 6,2-Zoll-Touchscreen verfügt. Dieser wird dazu genutzt, um zusätzliche Inhalte anzuzeigen oder neue Steuervarianten zu ermöglichen. Immerhin: Der französische Hersteller Ubisoft hatte ein paar Exemplare der Konsole im Gepäck und präsentierte darauf seine Spiele „Rayman Legends“ und „Rabbids Land“. Das groß gehypte „Assassin's Creed 3“, das die Jahrhunderte dauernde Auseinandersetzung zwischen Templern und Assassinen nach der Zeit der Kreuzzüge und nach der Renaissance nun in die Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs verlegt, war vornehmlich auf anderen Konsolen auszuprobieren.

 

Warten auf die neue Hardware

Die Hoffnungen zahlreicher Fans auf neue Geräte wurden zerschlagen. Weder Microsofts Nachfolger für die Xbox 360 noch die gerüchteweise in Entwicklung befindliche PlayStation 4 waren auf der Messe zu erblicken. Electronic-Arts-Manager Frank Gibeau ließ sich aber zu der Aussage hinreißen, er hätte die beiden Geräte bereits gesehen. „Sie werden spektakulär sein“, sagte er der Wirtschaftszeitschrift „Euro am Sonntag“. Diverse Skizzen angeblicher Prototypen geistern bereits seit Monaten durch das Internet. Bestätigt hat aber noch kein Hersteller diese Entwicklungen.

Sony wieder versuchte auf der Gamescom ein paar Fehler bei seiner tragbaren Konsole PlayStation Vita wettzumachen. Sonys Deutschland-Chef für Konsolen musste im Rahmen der Spielemesse zugeben, dass man bei der Vermarktung der Vita die falsche Zielgruppe angesprochen habe. Jüngeres Publikum soll nun der Schlüssel für einen späten Erfolg werden. Dementsprechend waren viele auf der Gamescom angekündigte Titel einerseits für die Vita gedacht und andererseits recht familientauglich. Dazu zählt etwa das kreativ gestaltete „Tearaway“ von den Machern des erfolgreichen Jump'n'Runs „Little Big Planet“.

Ob Sony damit aber der Vita zu langfristigem Erfolg verhelfen kann, ist ungewiss. Zu groß scheint inzwischen die Konkurrenz von Smartphones und Tablets geworden zu sein. Dementsprechend gab es für diese Kategorie auch einen eigenen Bereich auf der Gamescom. Diese wird übrigens 2013 wieder stattfinden. Für die Fans bleibt zu hoffen, dass sie diesmal auch echte Neuigkeiten zu sehen bekommen.

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