Der Vorschlag von Microsoft, Benutzern von Windows 7 einen Auswahlbildschirm mit alternativen Webbrowsern anzuzeigen, stößt bei der drei Konkurrenten auf wenig Gegenliebe. Google, Erfinder des Chrome-Browsers, Firefox-Entwickler Mozilla und Opera wollen eine Abänderung des Vorschlags, der derzeit von der EU-Kommission geprüft wird. Wie die New York Times berichtet, wollen die Browser-Hersteller damit verhindern, dass Microsofts Auswahlhilfe Kunden bei ihrer Entscheidung beeinflusst.
"Einmalige Gelegenheit"
"Es ist eine einmalige Gelegenheit um sicherzustellen, dass es einen funktionierenden Markt für Browser gibt", sagt Hakon Wium Lie vom norwegischen Browser-Entwickler Opera. Die Kommission hatte schon seit Langem Microsofts Bündel aus Betriebssystem und Webbrowser kritisiert. Microsoft hat mit einem Auswahlbildschirm reagiert, der Benutzern andere Webbrowser als den Internet Explorer anbietet. Die Änderungswünsche der Konkurrenz können dazu führen, dass die Kommission weitere Zugeständnisse vom Softwarehersteller verlangt. Opera will unter anderem, dass der Auswahlbildschirm kein Microsoft-Logo besitzt. Eine Mozilla-Entwicklerin erklärte kürzlich in einem Blogeintrag, sie würde sich eine andere Art der Präsentation wünschen.
Microsoft weltweiter Marktführer
Microsoft beherrscht mit dem Internet Explorer derzeit rund 67 Prozent des Browsermarktes, berichtet das Marktforschungsunternehmen Net Applications. Auf Platz zwei rangiert Firefox mit 24 Prozent, Apples Safari kommt auf 4,4 Prozent, Google Chrome auf 3,5 und Opera auf zwei Prozent. In Österreich befindet sich der Internet Explorer laut StatCounter nur knapp vor Firefox, der mit mehr als 44 Prozent hierzulande sehr stark vertreten ist.