Facebook-Spiele sind sehr beliebt. Sie heißen „Farmville“, „Mafia Wars“ oder „Pet Society“ und haben nur zwei Aufgaben: den Benutzern Spaß zu machen und den Entwicklern Geld zu bringen. Erstere erfreuen sich an den einfachen Spielprinzipien und der Möglichkeit, sich mit Freunden in den einzelnen Minigames zu messen. Leider sind die Spielemacher aber manchmal der Meinung, dass ihnen der Teil mit dem Geldverdienen nicht schnell genug geht und bedienen sich daher oft zweifelhafter Methoden, um an ihre Einnahmen zu kommen.
Geld verdienen sie auf zweierlei Art: einerseits durch Anzeigenwerbung, andererseits durch Spielinhalte, die Benutzer mit echtem Geld erwerben können. Bei „Farmville“ ist das beispielsweise eine spezielle Währung, mit der sich Spieler schönere Häuser oder Dekorationen für ihren virtuellen Bauernhof kaufen können. Bei derzeit mehr als 63 Millionen Spielern pro Monat ist das Einnahmepotenzial durchaus vorhanden. Problematisch wird es, wenn Angebote versprechen, die Spielinhalte gratis zu verteilen. Als Gegenleistung wird lediglich ein „IQTest“ oder Ähnliches verlangt.
Abo-Falle. Der Trick kommt ganz zum Schluss, nachdem man die äußerst trivialen Fragen ausgefüllt hat. Erst wenn man seine Handynummer angibt, erhält man das Ergebnis per SMS zugeschickt. Stattdessen erhält man aber ein Abonnement für de facto nichts und zahlt rund sieben Euro monatlich, die per Telefonrechnung abgebucht werden. Klingt bekannt? Ist es auch. In Europa sind solche Abo-Fallen schon dank diverser zweifelhafter Klingeltonangebote in Verruf geraten. Daher gibt es hierzulande inzwischen auch mehr rechtlichen Schutz: Preise und Konditionen müssen präzise und gut sichtbar dargestellt werden, sie im Kleingedruckten zu verstecken zählt nicht. Leider dürfte Entwickler, die in den USA oder in Asien sitzen, die Rechtslage in Österreich herzlich wenig kümmern.
Natürlich gibt es auch viele Unternehmen, die so eine Vorgehensweise nicht gutheißen. Zwar sind sich alle bewusst, dass sich am besten Geld machen ließe, wenn man Benutzer hinters Licht führe. Viele weigern sich aber, dabei mitzumachen und zeigen sich überrascht, dass die Sache erst jetzt ans Licht kommt. Die irreführenden Angebote sind schon seit Jahren im Umlauf.
Spielplatzaufseher. Facebook selbst hat sich des Themas angenommen. Im Unternehmensblog schreibt Entwickler Nick Gianos, dass man gegen solche Firmen rigoros vorgehen wolle. Konkurrent MySpace hat bereits seine Nutzungsbedingungen dementsprechend angepasst. Anscheinend wurden die Spielplatzaufseher endlich wachgerüttelt. Ob das aber windige Abzockmafiosi davon abhalten kann, es immer wieder aufs Neue zu versuchen, wird sich erst zeigen.
Wer oft im Internet unterwegs ist, wird sich durch dubiose „Gratisangebote“ nicht in die Irre führen lassen. Problematischer sieht es bei Kindern aus, die vermehrt ins Internet vorstoßen. Zwar verlangt Facebook, dass Benutzer 13Jahre alt sein müssen. Die Altersangabe wird aber nie verlässlich kontrolliert. Laut einer Studie von Pew Internet Research sind 42Prozent der 12- bis 17-Jährigen täglich auf Plattformen wie Facebook unterwegs. Hier ist die Aufmerksamkeit der Eltern gefragt.
Eines sollte klar sein: Alle betroffenen Gratisspiele kann man auch ohne Kaufinhalte genießen. Es dauert nur manchmal etwas länger, bis man gewisse Ziele erreicht. Hier macht sich Geduld aber doppelt bezahlt.