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Facebook: Größter Internet-Börsengang der Geschichte

18.05.2012 | 09:50 |  (DiePresse.com)

Das soziale Netzwerk und seine Alteigentümer nehmen 16 Milliarden Dollar ein. Aktien gingen für 38 Dollar pro Stück an die Investoren. Die Gesamtbewertung von Facebook liegt damit bei 104 Milliarden Dollar.

Am heutigen Freitag bringt Facebook den größten Internet-Börsengang der Geschichte erfolgreich über die Bühne. Das soziale Netzwerk konnte seine Aktien zum anvisierten Höchstpreis losschlagen. Facebook und seine Alteigentümer nahmen insgesamt 16 Milliarden Dollar ein (12,3 Milliarden Euro). Pro Stück gingen die Anteilsscheine für 38 Dollar an die Investoren. Das lag am oberen Ende der Preisspanne von 34 bis 38 Dollar, wie Facebook in der Nacht auf Freitag mitteilte. Die Gesamtbewertung von Facebook liegt damit bei 104 Milliarden Dollar. Im Laufe des heutigen Tages wird die Aktie erstmals an der US-Börse Nasdaq gehandelt.

Die Gesamtbewertung von Facebook liegt bei rund 104 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Google hatte bei seinem Börsengang im Jahr 2004 Aktien für 1,7 Milliarden Dollar verkauft und kam auf eine Gesamtbewertung von 23 Milliarden Dollar. Heute sind es gut 200 Milliarden Dollar. Allerdings gibt es Zweifel, ob die hohe Bewertung an der Börse dem tatsächlichen Wert von Facebook entspricht. Kritiker bemängeln, dass Facebook noch kein überzeugendes Geschäftsmodell vorgelegt habe.InlineDiashow (a47f34d)

Zuckerberg selbst hat 30 Millionen seiner eigenen Anteilsscheine verkauft und damit gut 1,1 Milliarden Dollar eingenommen. Mit dem Geld will er fällige Steuern begleichen. Er besitzt aber noch einen Anteil im Gegenwert von gut 19,1 Milliarden Dollar und kontrolliert 57 Prozent aller Stimmrechte. Damit wird Zuckerberg auch künftig die Geschickte von Facebook bestimmen.

900 Millionen Menschen "gefällt das"

Der Börsengang ist der Höhepunkt einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Mark Zuckerberg hatte Facebook zusammen mit Kommilitonen 2004 als digitales Jahrgangsbuch für Studenten auf die Beine gestellt. Schon im ersten Jahr zog das Netzwerk rund eine Million Nutzer an. Mittlerweile sind es gut 900 Millionen, die beinahe täglich den berühmten "Gefällt mir"-Button betätigen.InlineDiashow (7c245683)

Die hohe Nutzerzahl erklärt auch die hohe Nachfrage der Investoren. Facebook ist allerdings eine Wette auf die Zukunft, denn noch sehen die Geschäftszahlen im Vergleich zu anderen Konzernen mau aus: Im vergangenen Jahr lagen der Umsatz bei 3,7 Milliarden Dollar und der Gewinn bei 1 Milliarde Dollar. Zweifel an der Megamilliarden-Wette hegt auch General Motors. Als einer der weltgrößten Werbetreibenden will das Unternehmen vorerst keine Anzeigen mehr auf Facebook schalten, da die Nutzer kaum erreicht würden. Das Wall Street Journal berichtet, dass General Motors jährlich 10 Millionen Dollar für Anzeigen auf Facebook ausgab. Weiters nutzen immer mehr User Facebook via Smartphones, wo kaum Werbung zu sehen ist und so die Einnahmen ausbleiben.

Börsengang drei Mal aufgestockt

Dennoch war der Ansturm enorm: Facebook hatte seinen Börsengang drei Mal aufgestockt. Zunächst sollten die Einnahmen nur bei 5 Milliarden Dollar und damit bei weniger als einem Drittel der jetzigen Summe liegen. Zusammen mit der sogenannten Mehrzuteilungsoption - eine Art Aktienreserve der Banken - könnte Facebook sogar bis zu 18,4 Milliarden Dollar einsammeln. Damit würde das Zuckerberg-Unternehmen an die beiden größten Börsengänge der US-Geschichte anschließen: Die Kreditkartenfirma Visa hatte 2008 inklusive Mehrzuteilung 19,7 Milliarden Dollar eingenommen und der Autokonzern General Motors im Jahr 2010 nach seinem Neustart 18,1 Milliarden Dollar.

Weltweit noch größer waren lediglich die Börsengänge dreier chinesischer Finanzkonzerne. Schon gibt es Bedenken, Facebook könnte den Markt für Aktienplatzierungen austrocknen: Denn die Investoren können ihr Geld nur einmal ausgeben und für andere Unternehmen, die aufs Parkett streben, bleibt weniger übrig.InlineBild (a91851f8)


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