In Österreich setzt der starke Preisdruck im Mobilfunkmarkt dem aktuellen Marktführer A1 zu. Seit vergangenen November bietet Mitbewerber Orange einen "Kampftarif" - nämlich 1000 Gesprächsminuten und 1 GB Datenvolumen - um 7,5 Euro an und ist damit billiger als die Telekom-Discountmarke bob. Die Situation ist "nicht einfach", sagt A1-Chef Hannes Ametsreiter. Der Umsatz des Anbieters in Österreich ging im ersten Halbjahr um 6 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro zurück.
Branchenexperten zeigen sich über den langen Aktionszeitraum des Orange-Tarifes verwundert. Normalerweise werden sogenannte "Kampftarife" nur einige Wochen angeboten, um Neukunden anzulocken. Vorerst denkt Orange aber nicht an ein Ende des Tarifes.
A1 will weiterhin Yesss kaufen
Trotz möglicher Auflagen der EU-Kommission bei der Übernahme von Orange durch dessen kleineren Konkurrenten 3 - virtuellen Anbietern soll offenbar Netzzugang gewährt werden - will Ametsreiter am 390 Millionen-Euro-Kauf der Orange-Tochter Yesss festhalten. Dieser ist für 3 eine Pflichtbedingung, um den Kauf des größeren Betreibers überhaupt durchzuführen. Ingesamt geht es um ein Investitionsvolumen von rund 1,4 Milliarden Euro. EU-Kommission und Bundeswettbewerbsbehörde haben Bedenken geäußert.
Expansionspläne
Die Telekom Austria überlegt derzeit, wie sie die Expansionspläne mit dem neuem Telekom-Großaktionär America Movil des mexikanischen Milliardärs Carlos Slim stemmen kann. Die Südamerikaner befürworten weitere Zukäufe der Telekom in Osteuropa. Kolportiert wurde eine Osteuropa-Holding gemeinsam mit America Movil, damit die Beteiligung der staatlichen ÖIAG (28,4 Prozent) an der Telekom nicht verwässert wird. "Wie genau das aussehen wird, ist offen", sagt Ametsreiter. Aktuell seien kein Zukäufe geplant. "Es gibt aber einige Unternehmen, die wir screenen."