WIEN (cim). Die Vienna Insurance Group (VIG) trotzt der internationalen Finanzkrise. Für 2008 und auch für die nächsten Jahre, bis 2011, hält man an den angepeilten Ergebniszielen fest, bekräftigte VIG-Generaldirektor Günter Geyer bei der Präsentation der Halbjahreszahlen. In den ersten sechs Monaten 2008 konnte der Versicherungskonzern seinen Vorsteuergewinn (EGT) um ein Drittel auf 288 Mio. Euro steigern.
Geyer will die Dividende des Vorjahres, damals wurde sie von 0,82 auf 1,10 Euro pro Aktie erhöht, halten. Trotz der Kapitalerhöhung im Frühjahr, bei der die Zahl der Aktien um 23 Mio. Stück auf 128 Mio. Stück gewachsen ist. Geyer sagt, er wolle die Vorjahres-Dividende „auf jeden Fall“ erreichen, schließe aber „etwas Weiteres“ nicht aus.

Die Kapitalerhöhung hat der VIG 1,14 Mrd. Euro gebracht. Damit finanziert die Gruppe die Übernahme der s Versicherung der Erste Bank samt Osteuropa-Töchtern und die rumänische BCR-Versicherungen. Das Closing ist für September vorgesehen. Im Gegenzug, so die Bedingungen der EU-Kommission, werden die BA-CA-Versicherung und die rumänische Unita abgegeben. Im Halbjahresergebnis wurden BA-CA und Unita noch berücksichtigt, das Ergebnis der s Versicherung ist noch nicht eingerechnet.
Im Gesamtjahr 2008 soll das EGT von 437 auf 540 Mio. Euro wachsen, für 2009 prognostiziert der Konzern 650 Mio. Euro, 850 Mio. Euro für 2010 und 1,05 Mrd. Euro für 2011. Im Schnitt also ein Wachstum von 26,7 Prozent pro Jahr. „Wir können die Ziele mehr als bestätigen und haben die für 2008 mehr als gesichert“, sagt Geyer.
Das Prämienvolumen der Versicherung, die sich früher Wiener Städtische nannte, soll bis 2011 jedes Jahr um 15 Prozent auf dann 12 Mrd. Euro wachsen. In Österreich will man bis dahin acht Mrd. Euro einnehmen, das entspricht dem erhofften Volumen des gesamten Konzerns im heurigen Jahr. Im ersten Halbjahr 2008 haben die verrechneten, konsolidierten Prämien 4,22 Mrd. Euro erreicht – ein Plus von 20,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
1,98 Mrd. Euro davon wurden in den Ländern Zentral- und Osteuropas verrechnet, das sind 40,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In Österreich, Deutschland und Liechtenstein, hat der Konzern Prämien von 2,23 Mrd. Euro (plus 7,1 Prozent) erwirtschaftet.