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Metaller-Lohnrunde: "Bruch der Sozialpartnerschaft"

08.08.2012 | 16:14 |  (DiePresse.com)

Die größte Metallersparte FMMI plant, die Herbst-Verhandlungen zu splitten. Die Gewerkschaft spricht von einer "Kriegserklärung an alle Beschäftigten."

Noch bevor die diesjährige Herbstlohnrunde überhaupt begonnen hat, kracht es zwischen den Sozialpartnern gewaltig. Die Kollektivverhandlungen stehen dieses mal unter besonders schwierigen Vorzeichen nachdem sich die größte Metallersparte, die Maschinen- und Metallwarenindustrie (FMMI), aus der gemeinsamen Verhandlungsrunde zurückgezogen hat und mit den Arbeitnehmervertretern eine eigene Lohnrunde führen möchte. Metallergewerkschaft (pro-Ge) und Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) sprechen von einer "Kriegserklärung an alle Beschäftigten in Österreich".

Pro-Ge-Verhandlungsführer Rainer Wimmer stellt klar: "Das ist ein klarer Bruch der Sozialpartnerschaft. Eine 40-jährige Erfolgsgeschichte und der soziale Friede werden aufs Spiel gesetzt. Wir werden nicht hinnehmen, dass dieser erfolgreiche Kollektivvertrag zerstört werden soll."

Arbeitszeit gemeinsam verhandeln

Klare Worte kommen auch von seinem Verhandlungspartner Karl Proyer, Vizechef der GPA: "Der FMMI will seine gesamtindustrielle Verantwortung nicht wahrnehmen. Ich habe den Eindruck, hier wird unkoordiniert und zerstritten vorgegangen. Was der FMMI will, ist ein Kürzungskonzept, dem werden wir ganz sicher nicht zustimmen." Beim Thema Arbeitszeitflexibilisierung gibt sich Proyer ebenfalls kämpferisch. "Über die Arbeitszeit können wir nur reden, wenn wir alle gemeinsam an einem Tisch sitzen, da fährt die Eisenbahn drüber", so Proyer.

FMMI-Obmann Christian Knill betonte, dass man zu 100 Prozent zur Sozialpartnerschaft stehe. Ihm gehe es nicht um einen niedrigen Lohnabschluss, sondern um eine langfristige Arbeitsplatzabsicherung. Man müsse den Abschluss aber als Gesamtpaket sehen - und dazu gehöre neben dem Lohnanstieg eben auch das Thema Arbeitszeit. Die Aufregung über den Wunsch des FMMI über eine eigene Gehaltsrunde kann er nicht nachvollziehen, schließlich hätten sich auch bei den Gewerkschaften die Mitgliedschaften in den einzelnen Verbänden geändert.

"Kein interner Streit"

Einen Terminvorschlag für KV-Verhandlungen gibt es seitens des FMMI jedenfalls schon, und zwar der 10. September. Knill dementierte, dass es innerhalb der Arbeitgeber einen Interessenskonflikt gebe. "Wie der FMMI wollen auch die Fachverbände von Bergwerke und Stahl, Fahrzeugindustrie, Gießereiindustrie, NE-Metallindustrie sowie der Gas- und Wärmeversorgungsunternehmungen direkte KV-Verhandlungen führen", so Knill.

Auch die Wirtschaftskammer betont, dass es keine Differenzen gebe. "Die Entwicklungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass durch den immer schärferen internationalen Wettbewerb die Produktionsbedingungen in den Branchen der Verhandlungsgemeinschaft immer divergenter werden. Die Fachverbände hoffen, durch eigenständige Verhandlungen besser auf diese Bedingungen eingehen zu können", so Bundesspartenobmann Wolfgang Welser. Von einem internen Streit könne "keine Rede sein".

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