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Metaller-Lohnrunde hat hohe Symbolkraft

08.08.2012 | 18:16 |  (Die Presse)

Die Metaller sind das Zugpferd für andere Branchen. Diese Rolle wackelt nun.

Wien/B.l. Alljährlich im Herbst findet die Lohnrunde der Metaller statt. Diese machen traditionell den Auftakt der Lohnrunden und fungieren als Zugpferd für andere Branchen. Wenn die einzelnen Verbände getrennt verhandeln, wie es die Arbeitgeberseite will, könnte diese Funktion verloren gehen.

Normalerweise legen die Metaller die Latte für die anderen Branchen hoch: Im Vorjahr holten die Gewerkschaften nach langen Verhandlungen und Streiks ein Plus von 4,2 Prozent für die Branche heraus. Das lag deutlich über der Inflationsrate von 3,3 Prozent.

Dass die Kollektivvertragslöhne real steigen ist jedoch der Normalfall. Den Verhandlungen liegt als ungeschriebenes Gesetz die „Benya-Formel“ zugrunde. Sie besagt, dass die Arbeitnehmer die Teuerung plus einen Anteil an der Produktivitätssteigerung erhalten.

Die Theorie dahinter: Die Inflationsabgeltung soll die Kaufkraft der Arbeitnehmer erhalten, was indirekt auch den Unternehmen zugutekommen soll. Auch sollen die Löhne nicht zu stark hinter die Unternehmensgewinne zurückfallen. Dafür sind in guten Zeiten die Lohnerhöhungen oft moderater als in Ländern ohne starke Sozialpartnerschaft (etwa Deutschland), wo die Gewerkschaften dann stärkeren Druck machen.

Den Arbeitgebern sind einmalige Zahlungen lieber als Lohnerhöhungen, weil diese die Basis für das nächste Jahr nicht erhöhen.


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