Ab 1. September verbietet die EU endgültig den Verkauf von Glühbirnen - doch viele Kunden sind noch nicht bereit, auf Energiesparlampen umzusteigen. Dies machen sich nun Einzelhändler zunutze und bieten verstärkt "stoßfeste Spezialglühlampen" an, berichtet die deutsche Zeitung "Der Tagesspiegel". Es handelt sich dabei um normale Glühbirnen in der Stärke von 60 oder 100 Watt, bei denen der Glühfaden verstärkt wird. Für die Speziallampen gibt es eine Ausnahmeregelung in der EU-Verordnung, sie dürfen weiterhin verkauft werden. Die Lampen sind für Einsatzgebiete gedacht, in denen Energiesparlampen nicht verwendet werden können, etwa Baustellen oder Bergwerke.
Laut "Tagesspiegel" sind sie zwar weniger effizient als die verbannten Glühbirnen - und kosten außerdem ein vielfaches. Doch Energiesparlampen-Gegner sind wohl auch bereit, für ihre gewohnte Beleuchtung tiefer in die Tasche zu greifen.
EU: "Müssen gesondert ausgelegt werden"
Der "Tagesspiegel" berichtet, dass die Speziallampen in manchen Baumärkten im gleichen Regal wie andere Lampen für den Haushalt liegen. Das betrachtet die EU-Kommission als Verstoß gegen ihre Verordnung: "Sie müssen in den Geschäften in einer gesonderten Abteilung oder einem Regal ausgelegt werden, so dass Kunden diese als solche erkennen können", sagte Marlene Holzner, Sprecherin von EU-Energiekommissar Günther Oettinger, der Zeitung. Außerdem muss ersichtlich sein, dass die Speziallampen nicht für den Hausgebrauch geeignet sind.
Die EU-Kommission fordere daher die lokalen Behörden auf, verstärkt Vor-Ort-Kontrollen durchzuführen, sagt die Sprecherin. Konsumenten hätten keine Konsequenzen zu fürchten.