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"Hidden Champions": Erfolg abseits des Rampenlichts

28.02.2013 | 13:23 |  (DiePresse.com)

175 Unternehmen in Österreich sind in ihrer Branche Weltspitze, aber kaum jemand kennt sie. Sie positionieren sich erfolgreich in der Nische.

175 Unternehmen in Österreich haben zwei Dinge gemeinsam: Sie sind in ihrer Branche an der Weltspitze, und kaum jemand kennt sie. Man nennt sie die "Hidden Champions" - die "unsichtbaren Gewinner". Diese Firmen sichern sich ihre Führungsposition vor allem durch ihre innovative Stärke. Zu diesem Ergebnis kommt eine heute, Donnerstag, präsentierte Studie der Grazer Fachhochschule Campus 02. Auftraggeber waren der Fachverband der Maschinen und Metallwaren Industrie (FMMI) und die Wirtschaftskammer Steiermark.

"Die Zufriedenheit der Kunden kommt vor dem Gewinn", sagte FMMI-Obmann Christian Knill. Hohe Qualität und maßgeschneiderte Lösungen werden von Kunden auch entsprechend bezahlt, so Knill.

"Hidden Champions" lassen Flops zu

"Hidden Champions" positionieren sich häufig als Technologieführer in ihrer Branche. Entsprechend investieren diese Unternehmen im Durchschnitt acht Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung, so Studienautor Georg Jungwirth von der Fachhochschule Campus 02. Bei manchen Firmen liege diese Quote sogar bei fast 30 Prozent.

Die für die Studie befragten Manager gaben drei Erfolgsfaktoren für erfolgreiche Innovationen an:

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Maximaler Jahresumsatz: 300 Mio. Euro

Vier von fünf Innovationen sind allerdings keine großen Durchbrüche, sondern kleine Verbesserungen und Weiterentwicklungen bestehender Produkte. Andererseits seien auch Prozess- und Service-Innovationen im Kommen, sagte Jungwirth.

Als "Hidden Champions" gelten Unternehmen, die auf dem Weltmarkt auf den vorderen drei Plätzen sind oder zumindest die Marktführerschaft in Europa innehaben. Je nach Definition liegt ihr Jahresumsatz unter einer gewissen Höchstgrenze. In Österreich sind das 300 Millionen, in Deutschland drei Milliarden Euro. Ihre Kunden sind in der Regel Unternehmen im Ausland, weshalb sie in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt sind.

Wohlfühlen in der Nische

Für die Studie wurde den Unternehmen Anonymität zugesichert. Wer genau befragt wurde, geben die Verantwortlichen daher nicht bekannt. "Manche dieser Firmen wollen auch gar nicht im Rampenlicht stehen", so Jungwirth. Man wolle so verhindern, dass Großkonzerne zu sehr auf ihre Nische aufmerksam werden. Außerdem schauen Kartellbehörden bei weniger bekannten Unternehmen nicht so genau hin, fasste Jungwirth Ergebnisse aus seiner Befragung zusammen.

Die Fachhochschule untersuchte 30 dieser unsichtbaren Marktführer in Österreich und führte mit Führungskräften offene Interviews. Das Studiendesign lässt keine repräsentativen Schlüsse zu. Allerdings seien die Ergebnisse vergleichbar mit Studien aus Deutschland, so Berndt-Thomas Kraft, Geschäftsführer der FMMI.


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