wien (Reuters/APA). Dass die AUA künftig unter den Flügeln des Kranichs – des Maskottchens der deutschen Lufthansa – fliegt, wird immer wahrscheinlicher. Denn auch nach der Entscheidung der Bundesregierung, dass auch in Zukunft eine Sperrminorität in österreichischer Hand sein muss, hat die Lufthansa großes Interesse an der heimischen Fluglinie. „Wir begrüßen die jüngste Entscheidung, die die ÖIAG bei der AUA getroffen hat. Wenn die österreichische Regierung auf uns zukommt, sind wir natürlich an einem intensiven Dialog interessiert“, sagte Lufthansa-Personalchef Stefan Lauer am Mittwochabend in Frankfurt vor Journalisten.
Bei einer künftigen Übernahme wolle die Lufthansa wie beim Kauf der Schweizer Fluggesellschaft Swiss die Marke aufrecht erhalten. „Die Rezeptur heißt bei uns integrierte Eigenständigkeit“, so Lauer. Damit dürfte die Lufthansa auch die heimische Öffentlichkeit beruhigen wollen. Außerdem ist der Erhalt der Marke eine von der Bundesregierung vorgegebene Bedingung.
Österreicher für Lufthansa
Auch die Arbeitsplätze bei der AUA und am Flughafen Wien sollen nach Wunsch der Politik weitgehend erhalten bleiben. Die Österreicher sind in diesem Punkt jedoch eher skeptisch, wie eine OGM-Umfrage im Auftrag von Infoscreen ergibt. So glauben 57 Prozent der Befragten, dass der Flughafen Schwechat nach einem Verkauf der AUA an Bedeutung verlieren wird und Kündigungen drohen. Von allen möglichen Käufern für die AUA erhält die Lufthansa jedoch mit 69 Prozent die höchste Zustimmung.
Damit die Verhandlungen mit der Lufthansa beginnen können, muss die Regierung einen offiziellen Privatisierungsauftrag erteilen. Dies soll in der nächsten Ministerratssitzung am 12. August geschehen. Über die Bühne gehen dürfte der Verkauf jedoch erst nach der Nationalratswahl am 28. September.