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Rechnungshof: ÖBB "verliert" knapp 8900 Firmenhandys

03.11.2009 | 13:14 |  (DiePresse.com)

Der Rechnungshof kritisiert, dass rund ein Drittel der zwischen 2002 und 2005 gelieferten Firmenhandys nie bei den ÖBB ankamen. Außerdem sei der Ausbau der Netzabdeckung zu teuer und habe einen Anbieter bevorzugt.

Die ÖBB kommen nicht aus der Kritik. Ein neuer Rechnungshofbericht übt harsche Kritik am Umgang der heimischen Bahngesellschaft mit dem Thema Handy. Erstens gab es massive Probleme bei der Anschaffung von Mobiltelefonen: Aufgrund von Unregelmäßigkeiten, die nach Ansicht des Rechnungshofs nicht ausreichend verfolgt wurden, kam zwischen 2002 und 2005 von rund 26700 gelieferten Telefonen etwa ein Drittel (also rund 8.900 Geräte) nie bei den ÖBB an.

Netzausbau nicht gewährleistet

Der zweite große Kritikpunkt ist der Ausbau der Netzabdeckung. Wie die Prüfer festhalten, war zur Zeit der Prüfung (Juni bis August 2008) eine "im wesentlichen unterbrechungsfreie Nutzung des Mobiltelefons nur in einem kleinen Abschnitt des Bahnnetzes (300 km im Streckenabschnitt Wien-Salzburg) und für das Netz eines einzigen Mobilfunkbetreibers gewährleistet", heißt es in dem Bericht, ohne den Mobilfunkbetreiber konkret zu nennen. "Eine Strategie der ÖBB-Unternehmens-Gruppe zur Mobilfunkversorgung entlang der österreichischen Bahnstrecken (Streckennetz von 5.702 km) fehlt nach wie vor", kritisiert der RH.

A1 schon 2005, andere erst 2007

Tatsächlich hatten die ÖBB 2005 mit der Mobilkom (A1) die Verdichtung des Handyempfangs auf der Westbahn beschlossen. Der RH sieht diese Festlegung sowohl "unter dem Aspekt der Gleichbehandlung" aller Betreiber als auch im Hinblick auf die Zielsetzung des Projekts (nämlich besserer Versorgung der Kunden beim Handyempfang) für "bedenklich" an. Erst 2007 wurden auch die übrigen Mobilfunkbetreiber eingeladen, ihre Netze auszubauen.

Netzausbau zu teuer

Die Kosten für die Verbesserung des Handyempfangs allein auf der Westbahn waren mit 4,36 Millionen Euro um 74 Prozent über den ursprünglichen Planungen. Kritisiert wird, dass interne Berechnungen, wonach das Projekt mit nur einem Betreiber unwirtschaftlich sei, nicht berücksichtigt wurden. Der RH lässt auch die Verteidigung der ÖBB nicht gelten, wonach die Amortisationszeit bei 10 Jahren liege. Diese Prognose sei "methodisch falsch erstellt", in Wahrheit kämen die Kosten durch zusätzliche Fahrgäste (Amortisation) erst nach 62 Jahren wieder herein.

Der Prüfzeitraum umfasste die ÖBB alt vor der Reform 2003 und die neuen Gesellschaften Holding sowie Infrastruktur Bau und Betrieb 2005 bis 2008.


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