Verkehr auf der Straße und Schiene steht grundsätzlich für Bewegung. Jedoch bewegen sich die Teilnehmer sehr unterschiedlich, nicht nur was ihre Art der Fortbewegung betrifft. Eine Studie des Wifo zum Thema "Preise und Preiselastizitäten im Verkehr" kam zu dem Ergebnis, dass die Verkehrsteilnehmer sehr uneinheitlich auf Preisänderungen reagieren.

Teilelastische Bahnkunden
Konkret ergab die Wifo-Schätzung der Preiselastizitäten für den Verkehr in Österreich folgendes:
- Preisänderungen bei Fahrkarten der Bahn und der Wiener Linien wirken sich kaum auf die verkauften Tickets aus
- Allerdings reagiert die Nachfrage nach Gütertransporten der Bahn sehr stark auf Preisänderungen
- Kurzfristig haben Veränderungen der Treibstoffpreise keine Auswirkung auf die Fahr- und damit Tankgewohnheiten der Autofahrer
- Jedoch reagieren die Österreicher sehr sensibel auf Preisänderungen beim Pkw-Kauf. Ein Beispiel wäre etwa die CO2-abhängige Besteuerung im Juli 2008: Viele Österreicher kauften Neuwagen noch billiger im Juni, auch wenn die Anschaffung für später geplant war.
Güterverkehr ist zu teuer
Studienautor Wilfried Puwein schließt aus diesen Erkenntnissen, dass der Gütertransport der Bahn aus verkehrspolitischer Sicht zu teuer ist. Denn im Sinne der angestrebten Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene brächte eine Verbilligung des Güterverkehrs auf der Bahn größere Wirkungen als Preisstützungen im öffentlichen Personennahverkehr.