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Raiffeisen Tirol verlangt Geld für Bankomat-Abhebung

06.11.2009 | 18:44 |  (DiePresse.com)

60 Cent müssen Kunden der Raiffeisen Landesbank Tirol zahlen, wenn sie bei einer anderen Bank Geld abheben. Nicht nur die RLB liebäugelt seit Längerem mit einer Gebühr für Bankomat-Behebungen.

Die Raiffeisen Landesbank (RLB) Tirol verrechnet als erstes Institut in Österreich seinen Kunden eine Gebühr, wenn diese beim Bankomat einer "Fremdbank" Geld abheben. Pro Abhebung werden laut Tageszeitung "Der Standard" 60 Cent eingehoben. Das bestätigte der Sprecher der RLB Tirol, Wolfgang Weninger. Auch rund zehn andere Tiroler Raiffeisenbanken hätten "dieses Modell" bereits im Einsatz. Alte Kunden sollen aber eine Wahlmöglichkeit haben.

Das "Postenentgelt", wie die Tiroler Raiffeisen-Banker die Bankomat-Gebühr nennen, ergebe sich aus dem Faktum, dass "die Bank, die den Bankomat zur Verfügung stellt, ein Entgelt an die kontoführende Bank verrechnet". Die anfallenden Kosten seien "bisher von der RLB Tirol AG getragen und nicht an die Kunden weiter verrechnet" worden. In anderen Ländern würden bereits "seit Jahren erhöhte Entgelte berechnet", in Deutschland zwischen drei und acht Euro je Transaktion, rechnet man in der RLB Tirol vor.

Liebäugeln mit Bankomat-Gebühr

Mit der Einhebung von Bankomat-Gebühren (sie sind fast überall in Europa üblich) liebäugeln österreichische Banker schon lange. Anders als in anderen Ländern ist das Bankomatennetz hierzulande ein einheitliches, organisiert wird es von der Paylife Bank, einer Gesellschaft, die den Banken gehört. Die Anschaffungskosten eines Bankomaten (zwischen 30.000 und 70.000 Euro je Stück) und die Kosten fürs Betreiben bezahlt die Bank, die das Gerät aufstellt.

Die Kosten, die dann "bankfremde" Kunden mit ihren Abhebungen verursachen, stellen die Banken ihrer Konkurrenz bisher in Rechnung, per "Standortentgelt". Genau um diese Kosten geht es nun, Raiffeisen Tirol wälzt diese nun an ihre Kunden ab.

Insgesamt gibt es in Österreich derzeit 6900 Geldausgabe-Automaten, 4300 davon sind "Indoor"-Bankomaten in den Foyers. Und: Die meisten Bankomaten hat der Raiffeisen-Sektor, er hat auch die höchste Filialdichte im Lande.

Pilotprojekt für andere Banken?

Raiffeisen hat bereits Ende 2002 einen Versuch in diese Richtung gestartet. Damals war die RLB NÖ-Wien vorgeprescht und hatte für 2003 Abhebungsgebühren (55 Cent bzw. 30 Cent für Foyer-Automaten) angekündigt. Nach einem Aufschrei der Konsumentenschützer und von den Konkurrenzbanken argumentativ im Stich gelassen, musste der damalige RLB-Chef Peter Püspök seine Idee zur "betriebswirtschaftlich mehr als gerechtfertigten Preisgestaltung" zurücknehmen, berichtet der "Standard".

Während Wiener Raiffeisen-Manager den Tiroler Vorstoß nicht als Pilotprojekt interpretieren wollen, sieht man es in Tirol etwas anders. "Auch andere Sektoren werden dieses Entgelt einführen, da die Quersubventionierung auf Dauer nicht möglich ist", heißt es dort.


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