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Haselsteiners Flying Circus

22.06.2012 | 18:34 | HANNA KORDIK (Die Presse)

Noch nie war der angekündigte Abgang eines Konzernchefs so lustig.

Ist das denn die Möglichkeit? Hans Peter Haselsteiner hat tatsächlich seinen Rückzug von der Konzernspitze der Strabag angekündigt. Jener Mann, der den Konzern gründete, ihn jahrzehntelang lenkte, im Endeffekt das Gesicht des Baukonzerns war, geht.

Das Ende einer Ära kündigt sich an, und so etwas macht natürlich immer irgendwie wehmütig. Aber wenigstens hatten es die Strabag-Aktionäre in den vergangenen Tagen recht lustig – Haselsteiner sei dank. Am Montag waren ja erstmals Gerüchte aufgetaucht, dass der Konzernchef noch diese Woche seinen Rückzug bekannt geben würde. Und was sagte Haselsteiner dazu? „Lassen Sie sich überraschen.“ Spaß muss schließlich sein – die Welt der Aktienmärkte ist in Zeiten wie diesen ohnehin trostlos genug. Da helfen handfeste Informationen auch nicht weiter.

Alfred Gusenbauer war natürlich auch nicht schlecht. Der ehemalige SPÖ-Bundeskanzler sitzt ja an der Spitze des Strabag-Aufsichtsrates und durfte also auch am heiteren Spiel teilhaben. Sein verbaler Beitrag belief sich auf „Völliger Blödsinn“. Nicht mehr und nicht weniger.

Das war dann zwar ein bissl verwirrend, weil zwischen Überraschung und Blödsinn doch Welten liegen. Aber da darf man nicht sudern: Das Schauspiel war immerhin wirklich unterhaltsam. Wenn jetzt noch andere börsenotierte Unternehmen dem Beispiel folgen, gibt's Schenkelklopfen ohne Ende.

 

hanna.kordik@diepresse.com


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