"Das Jahr 2013 wird nach unserer Prognose die schlechtesten Autoverkäufe seit 1993 bringen", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Center Automotive Research (CAR) der Uni Duisburg-Essen. Die Schuldenkrise in der Eurozone droht Westeuropas Automärkte nach Einschätzung des Branchenexperten in eine tiefe Rezession zu stürzen. "Die Krise ist nicht vorbei, sie ist am Beginn.", so der Leiter des Institutes Ferdinand Dudenhöffer.
Mit nur 11,9 Millionen abgesetzten Pkw werde im kommenden Jahr voraussichtlich ein 20-Jahres-Tief erreicht. Zum Vergleich: Wurden im Jahr 2000 noch fast 15 Millionen Autos verkauft, so wird für das aktuelle bereits ein Rückgang auf 12,1 Millionen erwartet. Hauptgrund für den einbrechenden Konsum bei langlebigen Gütern wie PKW ist die zunehmende Unsicherheit wegen der Staatsverschuldung in Süd- und Westeuropa.
Volkswagen als "Krisen-Gewinner"
Trotz der schwierigen Gesamtlage zählt Europas größter Autokonzern Volkswagen aus Sicht der Wissenschafter zu den "Krisen-Gewinnern". Ein mittelfristiger Marktanteil von 30 Prozent in Europa sei nicht auszuschließen - VW bewege sich auf eine marktbeherrschende Stellung zu. Unterdessen litten Fiat, PSA und Renault, aber auch die spanische VW-Tochter Seat sowie Zulieferer unter der Flaute in den Südländern.
Volkswagen kann Einbußen auf dem Heimatkontinent derzeit mit starken Zuwächsen in Asien und Amerika ausgleichen. Während der Auto-Weltmarkt nach CAR-Schätzungen 2012 noch einmal um 5,2 Prozent zulegen dürfte, könnte er in Westeuropa um 5,4 Prozent schrumpfen.