Der britische Premierminister Gordon Brown will die Finanzbranche wegen ihrer Mitverantwortung für die Finanzkrise zur Kasse bitten. Beim Treffen der Finanzminister- und Notenbankchefs der G-20 im schottischen St. Andrews sagte Brown am Samstag, auf dem Tisch lägen eine Reihe von Vorschlägen, von einer Art "Versicherungsgebühr" über eine Fondslösung bis zu einer Abgabe auf Finanztransaktionen.
All diesen Vorschlägen sei gemein, dass sie nur einen Sinn ergeben, wenn sie auf internationaler Basis eingeführt würden. "Großbritannien wird sich aber nicht bewegen, wenn sich nicht andere gemeinsam mit uns bewegen", stellte er klar.
IWF soll Bericht vorlegen
Brown räumte zwar ein, dass es große Schwierigkeiten bereiten dürfte, derartige Schritte allein schon rein technisch einzuleiten. Das sollte aber nicht davon abhalten, diese Überlegungen mit Dringlichkeit und Entschiedenheit voranzutreiben. Der Internationale Währungsfonds (IWF) solle sich dieses Themas annehmen und bis April einen Bericht dazu vorlegen.
Brown drängt darüber hinaus auf Fortschritte beim Themenfeld Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen, gerade auch in ärmeren Ländern. Der Gipfel in Kopenhagen im Dezember bilde eine historische Chance, globale Fortschritte beim Klimaschutz zu erzielen. "Es ist essenziell, dass wir dringend Fortschritte bei der Lösung von Fragen erzielen, die unsere Länder derzeit noch trennen", sagte Brown. Es müssten ehrgeizige Ziele gesetzt werden.