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Lufthansa: Flugbegleiter streiken am Dienstag

02.09.2012 | 21:02 |  (DiePresse.com)

Der Arbeitskampf bei der Lufthansa wird am Dienstag fortgesetzt. Es werde länger und an mehr Orten gestreikt als am Freitag, kündigt die Ufo an.

Die Flugbegleiter der Lufthansa setzen ihren Streik am Dienstag fort. Das teilte die Kabinengewerkschaft UFO am Sonntagabend mit. Fluggäste müssen sich damit abermals auf erhebliche Behinderungen und Flugausfälle einrichten. Der Arbeitskampf werde fortgesetzt, weil die Lufthansa nach dem Streik am Flughafen Frankfurt "keinerlei Signal" an UFO gegeben habe.

Es werde länger und an mehr Orten gestreikt als am Freitag, kündigte der Chef der Kabinengewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, am Montag in Frankfurt an. Details zum Streik würden aber erst sechs Stunden vorher bekanntgegeben. Mit einer so umfassenden Beteiligung an dem Streik habe man nicht gerechnet, sagte Baublies. "Das hat es noch nicht einmal beim Pilotenstreik gegeben." Auch aus anderen Abteilungen habe man viel Zustimmung erhalten. Die Loyalität zum Spitzenmanagement und insbesondere zum Vorstandschef Christoph Franz habe spürbar nachgelassen. "Das ist eine Kraftprobe von Herrn Franz gegen die Belegschaft." Über das Wochenende habe es keine Kontakte zwischen den Tarifparteien gegeben.

Lufthansa: Streiktaktik "sehr fluggastfeindlich"

Baublies lehnte das Ansinnen der Lufthansa ab, die Passagiere schon 24 Stunden vor der nächsten Streikwelle zu warnen. "Dann müssten wir den Streik ausweiten und 24 Stunden bundesweit in den Ausstand gehen." Das wolle man bisher noch vermeiden. Ufo will nach wie vor erst sechs Stunden vor Beginn sagen, wo und wann gestreikt wird. In der Diskussion sind München, Düsseldorf und Berlin sowie erneut Frankfurt, wo die stärkste Auswirkung auf den Flugplan erzielt werden kann.

Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels kritisierte die Streiktaktik als "sehr fluggastfeindlich". Das kurze Zeitfenster lasse der Gesellschaft kaum eine Chance, die Passagiere rechtzeitig zu informieren. Die Lufthansa befinde sich daher in einer sehr schwierigen Lage. "Wir können ja nicht vorauseilend den Betrieb einstellen, denn dann müsste die Ufo ja nur noch Streiks ankündigen." Lufthansa verwies darauf, dass man die rund 26.000 am Freitag betroffenen Passagiere letztlich doch noch ans Ziel gebracht habe.

Lufthansa-Passagiere können kostenlos ihre Flüge auf einen anderen Tag verschieben. Flüge bis zum 4. September könnten derzeit ohne Zusatzgebühren umgebucht werden, sagte ein Lufthansa-Sprecher.

Fünf Prozent nach drei Nulllohnrunden

Der Streik war nach dem Scheitern langwieriger Verhandlungen am Dienstag ausgerufen worden. Die Gewerkschaft UFO verlangt in den seit 13 Monaten andauernden Verhandlungen nach drei Jahren Nullrunden fünf Prozent höhere Entgelte. Außerdem fordert sie das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs. Lufthansa plant hingegen mittelfristige Einsparungen bei den Personalkosten und will dafür unter anderem die Beförderungsstufen strecken. Das Unternehmen bietet 3,5 Prozent Gehaltsplus bei einer Laufzeit von drei Jahren und längeren Arbeitszeiten.

Parallel zu der Auseinandersetzung mit UFO laufen auch Tarifverhandlungen der Lufthansa mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC). Falls auch diese scheitern, so fürchten Beobachter, könnten sich die Piloten mit den Flugbegleitern verbünden und gemeinsam in den Ausstand treten.


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