Der GM-Magna-Deal ist geplatzt: Der US-Autokonzern General Motors (GM) will sich nun doch nicht von seiner deutschen Tochter Opel trennen. Das beschloss der GM-Verwaltungsrat am Dienstag-Abend am Firmensitz in Detroit. Das Führungsgremium des durch ein Insolvenzverfahren geretteten Opel-Mutterkonzerns GM hatte sich noch im September grundsätzlich zum Verkauf der Anteilsmehrheit von Opel an den kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna sowie die russische Sberbank entschlossen.
Zweifel bei GM-Aktionären
In den vergangenen Wochen waren jedoch bei wichtigen Akteuren Zweifel aufgekommen, ob GM immer noch verkaufen oder Opel vielleicht doch in Eigenregie sanieren will. Auslöser war eine Forderung der EU-Kommission, welche die von Magna geforderte Staatshilfe von 4,5 Milliarden Euro blockieren könnte.
Deutscher Koch sorgt sich um Opel
Der hessische Ministerpräsident Roland Koch kritisierte die Entscheidung des GM-Verwaltungsrats scharf. "Ich bin sehr betroffen und zugleich verärgert, dass die monatelangen Bemühungen, für Opel Europa eine möglichst gute Lösung zu finden, an GM gescheitert sind", erklärte der Ministerpräsident.
"Angesichts der negativen Erfahrungen der letzten Jahre mit der Unternehmenspolitik von GM mache ich mir große Sorgen um die Zukunft des Unternehmens und seiner Arbeitsplätze", sagte Koch weiter. Er erwarte, dass GM den Brückenkredit fristgemäß zum 30. November zurückzahle, "damit der deutsche Steuerzahler keinen Schaden nimmt".
Die Opel-Treuhand reagierte zurückhaltend. Der Beirat nehme diese Entscheidung zur Kenntnis. "Ich hoffe, auch im Interesse der Beschäftigten bei Opel, dass dieser Beschluss Opel zu neuer wirtschaftlicher Stabilität verhilft", erklärte der Vorsitzende des Beirats, Fred Irwin. Die Treuhand verwaltet 65 Prozent von Opel; die restlichen 35 Prozent liegen bei GM. Der Beschluss des GM-Verwaltungsrats bedarf nicht der Zustimmung der Treuhand, erklärte diese.
Spekulationen im Vorfeld
In den vergangenen Tagen war bereits spekuliert worden, dass GM seine deutsche Tochter doch nicht an das Konsortium aus dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna und der russischen Sberbank verkaufen, sondern selbst behalten wolle.
Der Verwaltungsrat des durch ein Insolvenzverfahren geretteten Opel-Mutterkonzerns GM hatte sich noch im September grundsätzlich zum Verkauf der Anteilsmehrheit von Opel an den kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna und die russische Sberbank entschlossen.
