Man kann dem mittlerweile verstaatlichten US-Autobauer General Motors (GM) eine ganze Menge vorwerfen. Etwa, seit vielen Jahren in höchst beeindruckender Manier am Markt vorbeiproduziert zu haben. Nichts auszusetzen gibt es allerdings an der Verhandlungsstrategie des Managements, wie sich nicht zuletzt an der „Rettung“ der insolventen Tochter Opel zeigt.
Nachdem sich die deutsche Bundesregierung auf den Wunschpartner Magna versteift, nur dem austrokanadischen Zulieferer eine Milliardenspritze zugesichert und sich Frank Stronachs Konzern mit den Gewerkschaften auf einen Sanierungskurs bei Opel geeinigt hatte, ließ GM den Deal platzen. Mit der Gewissheit, der Regierung dieselben Milliarden abtrotzen zu können, die Magna bekommen sollte.
In Nordrhein-Westfalen stehen nämlich Wahlen vor der Tür – und da macht es sich nicht so gut, Opel den Bach runtergehen zu lassen. Nur, weil der Regierung der neue Eigentümer nicht passt. Zumal dieser ohnehin der alte ist und Merkels CDU die Wahlen im Mai besser nicht verliert. Dann wäre die Mehrheit im Bundesrat futsch, womit die Regierung für alle wichtigen Gesetze die Opposition brauchte. Frau Merkel hat im GM-Management wohl ihren Meister gefunden.
Eine Lehre, die den deutschen Steuerzahler noch jede Menge Geld kosten wird. Ohne damit Opel dauerhaft zu retten. Warum sollte der GM-Führung plötzlich etwas gelingen, an dem sie über Jahre hinweg kläglich gescheitert ist?