Japan steckt nach Auffassung der Regierung erstmals seit dreieinhalb Jahren wieder in einer Phase dauerhaft fallender Preise. Er sei zu der Erkenntnis gekommen, dass sich das Land in einer Deflation befinde, sagte der stellvertretende Regierungschef Naoto Kan am Freitag nach einer Kabinettssitzung. Er sei sehr besorgt, sagte auch Finanzminister Hirohisa Fujii. "Wir sind uns der ernsten Risiken bewusst", wurde Fuji am Freitag zitiert.
Die japanische Zentralbank erwartet, dass die Verbraucherpreise bis in das Haushaltsjahr 2011/12 hinein mit abnehmender Tendenz sinken werden, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Der Preisindex ist demnach zuletzt mit 2,3 Prozent den siebenten Monat in Folge gefallen. Allerdings befürchtet die Zentralbank keine deflationäre Abwärtsspirale, weil die Wirtschaft sich ihrer Prognose zufolge weiter erholen wird. Japans Wirtschaft lege aber vor allem dank fiskalpolitischer Maßnahmen der Regierungen im In- und Ausland zu.

Zuletzt hatte sich die zweitgrößte Volkswirtschaft zwischen März 2001 und Juni 2006 in einer Phase dauerhaft fallender Preise befunden. Mit fiskalpolitischen Maßnahmen wie höheren öffentlichen Ausgaben allein sei der Trend fallender Preise nicht umzukehren, sagte Fuji. Impulse müssten vielmehr vom Privatsektor aus kommen.
Die Aktienbörse in Tokio tendierte am Freitagvormittag in Folge negativer Vorgaben der Wall Street schwach. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte fiel bis zur Handelsmitte um 1,25 Prozent auf den Zwischenstand von 9 429,59 Punkten.