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Bei Bonus-Verzicht: Job-Chance von Verwandten steigt

20.11.2009 | 16:23 |  (DiePresse.com)

Freunderlwirtschaft auf italienisch: Wer auf einen Bonus verzichtet, kann bei der BCC-Bank einen Verwandten zur Einstellung vorschlagen. "Es ist nichts Skandalöses", sagt der Gewerkschaftschef.

Rom ist anders: Wer bei der italienischen Bank Banca di Credito Cooperativo di Roma (BCC) auf Boni aus einem Vorruhestandsprogramm verzichtet, bringt damit seinen Sohn unter Umständen in Arbeit. Eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnete die Bank mit den Gewerkschaften, wie der "Corriere della Sera" am Freitag berichtete.

Mitarbeiter der Genossenschaftsbank können dabei auf finanzielle Vorteile verzichten, die ihnen im Rahmen ihres Vorruhestands zustünden. Im Gegenzug können sie der Bank einen Verwandten mindestens dritten Grades zur Einstellung vorschlagen.

Freunderlwirtschaft auf italienisch

Vetternwirtschaft sei dies allerdings nicht, sagte BCC-Vizechef Mauro Pastore der Zeitung. "Mit dieser freiwilligen Vereinbarung verzichtet der Angestellte auf den vorgesehenen Bonus und beantragt bei der Bank, den eigenen Sohn oder Verwandten einzustellen. Die Bank erwägt dann die Möglichkeit der Einstellung."

Auch Verwandte müssten allerdings, wie alle Bewerber, einen Auswahlprozess durchlaufen. Wenn dabei zwei Bewerber gleichauf liegen würden, sei es wahrscheinlich, dass der Verwandte des Frühpensionisten eingestellt werde.

"Es ist nichts Skandalöses"

Für die Bank sei klar, dass Bewerber mit Verwandten in der Bank einen besseren Einblick in die Arbeit des Unternehmens haben, sagte Pastore. Damit bleibe die Bank zudem bei einer alten Tradition: Schon jetzt seien 90 Prozent der Angestellten Söhne von Genossenschaftsmitgliedern der Bank, auch würden fast alle ehemaligen Angestellten später zu Genossen.

Auf Zustimmung traf die Regelung auch bei den Gewerkschaften: "Es ist nichts Skandalöses und auch nichts Neues bei den genossenschaftlichen Kreditbanken", sagte der Chef der Gewerkschaft Fiba-Cisl, Paolo Marchiori.


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