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Bankchef: "Ich sehe die Gefahr einer Staatsblase"

08.02.2010 | 11:35 |  (DiePresse.com)

"Weltweit haben viele Staaten über ihre Verhältnisse gelebt", sagt der Deutschlandchef der US-Bank Morgan Stanley. Die Konsolidierung der Staatshaushalte werde zur Lebensversicherung der Weltwirtschaft.

Der Deutschlandchef der US-Bank Morgan Stanley sieht nach dem Platzen der Finanzmarktblase die Gefahr einer "Staatsblase". "Weltweit haben viele Staaten über ihre Verhältnisse gelebt", sagte Dirk Notheis dem "Handelsblatt" am Montag. "Die Krise, die wir in Griechenland erleben, ist ein weit über den Mittelmeerraum hinausgreifendes Phänomen", kommentierte er die Haushaltsprobleme des hoch verschuldeten Euro-Landes.

Damit bezieht sich Notheis auf die stark gestiegene Neuverschuldung in vielen Ländern. In Europa sind vor allem in Griechenland die Neuverschuldung und der Schuldenstand in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen. Nach Griechenland rücken weitere Länder wie Portugal, Spanien und Italien in den Fokus. Aber auch in den USA, Japan und Großbritannien gilt die Haushaltslage als angespannt.

"Die Luft wird sehr dünn"

"Die Luft wird für viele sehr dünn und der Spielraum für aktive Gestaltungspolitik schrumpft aufgrund der Ausgaben der Vergangenheit praktisch auf null", warnt Notheis.

Das Interesse von Investoren werde deutlich geringer ausfallen, wie das Beispiel Portugal bereits gezeigt habe. So musste eine Staatsanleihe mit einem geplanten Volumen von 500 Millionen Euro auf 300 Millionen Euro reduziert werden, weil es für den portugiesischen Staat immer teurer wird, Geld am Kapitalmarkt aufzunehmen. "In manchen Fällen wird es gar kein Geld mehr vom Markt geben. In jedem Fall wird es deutlich teurer für die Staaten, was deren Probleme weiter verschärft", sagt der Bankchef.

Haushaltskonsolidierung als Lebensversicherung

Notheis zeigt den einzigen Ausweg auf, wie Vertrauen auf die Märkte zurückkehren könnte. "Haushaltskonsolidierung wird zur Lebensversicherung der Weltwirtschaft. Wenn wir nicht zeitnah die Haushalte in Ordnung bringen, dann droht eine generelle Vertrauenskrise mit nicht absehbaren Folgen", meint Notheis. Die Haushaltskonsolidierung müsse daher auch zum Topthema des nächsten G20-Gipfels werden.


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