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Griechen wollen Finanzmärkte mit Sparpaket beruhigen

09.02.2010 | 14:31 |  (DiePresse.com)

Griechenland kündigt im Kampf gegen das Staatsdefizit die Anhebung des Pensionsalters an. Gehälter sollen eingefroren werden. "Wir ändern das Sozialsystem, um es lebendig zu halten", sagt der Sozialminister.

Die griechische Regierung hat am Dienstag erste Einzelheiten des geplanten Sparprogramms zur Überwindung der dramatischen Budgetkrise vorgestellt. Sozialminister Andreas Loverdos kündigte eine Anhebung des durchschnittlichen Pensionsalters um zwei Jahre auf 63 an. Außerdem sollen Gehälter eingefroren und Beihilfen gekürzt werden. Die Gewerkschaften protestieren am morgigen Mittwoch mit einem landesweiten Streik der 750.000 Beschäftigten im Öffentlichen Dienst gegen die Pläne.

"Wir ändern das soziale Sicherungssystem"

"Die Situation ist dramatisch, und unsere Antwort ist klar", sagte Loverdos. "Wir ändern das soziale Sicherungssystem des Landes, um es lebendig zu halten und ihm eine Zukunft zu sichern."

Ministerpräsident Giorgos Papandreou von der Partei PASOK (Panhellenische Sozialistische Bewegung) will mit den Sparmaßnahmen die Finanzmärkte und die zunehmend besorgten EU-Partner beruhigen. Brüssel hat die Regierung in Athen aufgerufen, entschiedene Maßnahmen zu ergreifen, um das Defizit von 12,7 Prozent des Sozialprodukts einzudämmen - der Stabilitätspakt für den Euro sieht eine Obergrenze von 3,0 Prozent vor.

Die angespannte Finanzlage zwingt den griechischen Staat dazu, zu immer höheren Zinsen Kapital aufzunehmen. Die Krise hat den Euro unter Druck gesetzt und die Finanzlage in anderen verschuldeten EU-Staaten in den Blick gerückt, vor allem Portugal, Spanien und Irland.

Die Europäische Investmentbank (EIB) erklärte am Dienstag in Brüssel, sie stehe für ein Rettungspaket zur Stützung der Staatsfinanzen in Griechenland nicht bereit. Der größte Kreditgeber in der EU teilte mit, dass es "nur wirtschaftlich tragfähige Projekte" finanziere.


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