Airag, ein Getränk aus vergorener Stutenmilch, von dem manche Mongolen bis zu fünf Liter täglich trinken, ist nur eines der Nahrungsmittel, die Simon Majumdar auf seiner ein Jahr dauernden Weltreise probierte. Der britische Journalist erkundete die Spezialitäten der Stadt Irkutsk genauso wie die der finnischen Wälder. Gelierte Schweinefüße schockierten ihn weniger als die Hunde, die, das Fell abgezogen, an Haken auf einem chinesischen Markt hingen - und die er in gedünsteter Form probierte: "Der Hund schmeckte ein wenig nach Wild und hatte die Konsistenz von Schweinefleisch."
Bier war Majumdar übrigens ein treuer Reisegefährte: In Kansas begleitete es ihn beim Barbecue, in Manila trank er es zum Sisig, einem knusprigen Gericht aus übriggebliebenen Stücken vom Schwein, also Wange, Nase und Ohren, und Chili.
Simon Majumdar versucht seinen Lesern auch Mut zu machen, wenn auch ein bisschen eigen: "Haben Sie keine Angst vor Restaurants, Ständen und Bars im Ausland, nur weil sie deren Bestellsystem nicht kennen oder die Speisekarte nicht verstehen. Kein einziges Mal auf meiner ganzen Reise hat mich jemand unter Androhung von Gewalt aus dem Lokal gejagt. Im Zweifel zeigen Sie auf ein interessantes Gericht an einem Nachbartisch und deuten an, dass Sie gern das Gleiche hätten. Das Schlimmste, was Ihnen passieren kann, ist, dass Sie Sushi mit Kabeljausperma essen müssen, so wie ich in Kioto."

Simon Majumdar: All you can eat. Ein Gourmet reist um die Welt. Ullstein, 352 Seiten, 17,40 Euro.