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Genuss-Deckel

06.11.2009 | 14:26 |  (Die Presse - Schaufenster)

Tapas-Kultur auf Österreichisch: Toni Mörwald, Jörg Wörther und Christoph Wagner modifizieren eine alte spanische Tradition.

Tapas bedeutet ursprünglich Deckel und ist darauf zurückzuführen, dass man Gemüsescheiben, Brötchen oder Wursträder auf die Weingläser legte, um Fliegen und anderen Insekten den Zugang zum Getränk zu verwehren. Aus der Not wurde im Lauf der Zeit eine Tugend, die Häppchen wurden immer raffinierter. Drei österreichische Gourmets haben die spanische Tradition nun austriakisiert und ein Buch mit "Austro Tapas" herausgebracht. Fotografiert wurden sie alle auf dem passenden Getränk, als Deckel für das Glas. Da gibt es kalte Happen wie Butterkipferl mit Polentacreme und Graved Lachs, serviert auf Wodka oder Gin, eine Jüdische Hühnerleberpraline, die man zu Süßwein essen soll, oder Kalbskopfsalat mit Österkron, der mit Schwarzbrot auf Welschriesling serviert wird. Im Kapitel "Warme Tapas" finden sich Mini-Gerichte wie Räucherforellenpalatschinke mit Sauerkraut auf Grünem Veltliner, Lammnüsschen in Erdäpfelkruste zu Weißburgunder oder eine Morchel-Ganslleber-Krokette, zu der eine Beerenauslese empfohlen wird. Auch süße Tapas finden sich in diesem Kochbuch: ein Topfengratin mit Marillen, das als Deckel von Holundersekt dient, oder Apfelmousse mit Zimtschnecke zu Apfelsaft.

AUSTRO TAPAS. Toni Mörwald, Christoph Wagner, Jörg Wörther. Loewenzahn Verlag, 288 Seiten, 24,95 Euro

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