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Berlin Fashion Week: Mode, grün und sozial

01.07.2009 | 13:19 |  (Die Presse - Schaufenster)

Mit 1000 Kollektionen, 33 Modeschauen, 100.000 Besucher und außergewöhnlichen Projekten trotzt die fünfte Berliner Fashion Week dieser Tage der Krise.

Bereits zum fünften Mal blickt die gesamte Modewelt vom 1. bis 4. Juli gespannt auf die deutsche Hauptstadt. Bei der Mercedes Benz Fashion Week in Berlin wird der Krise ins Gesicht gelacht und mit insgesamt 33 Modeschauen sogar ein Rekord verzeichnet. Als die begehrtesten Neulinge gelten diesmal das finanziell schwer angeschlagene Modeunternehmen Escada und Wolfgang Joops Label Wunderkind - beide präsentieren das erste Mal bei der Berlin Fashion Week.

Den Auftakt bestreitet am Mittwoch die Designerin Dorothee Schumacher am berühmten Bebelplatz, der auch diesmal das Zentrum der Modewoche darstellt. In den Straßen rund um den Bebelplatz ermöglicht die öffentlich zugängliche "Showroom-Meile" Berlinern und Touristen, ebenfalls etwas von der Modemetropole Berlin mitzubekommen. Zu den Labels, die auf Modeschauen und Messen vertreten sind, zählen u.a. BOSS Orange, CUSTO Barcelona, Michael Michalsky, Lena Hoschek, Guido Maria Kretschmer, Patrick Mohr, Schwerer González und Smeilinener.

Nicht öffentlich sind wiederum die zwei größten Messen dieser Woche, Premium und Bread & Butter. Letztere kehrt nun nach einigen Jahren wieder aus Barcelona nach Berlin zurück und feierte die Wiederkehr am Dienstag mit einem Konzert der schwedischen In-Band Mando Diao. Bread & Butter hält bei der Fashion Week im aufgelassenen Flughafen Berlin Tempelhof Einzug und stellt so die wohl außergewöhnlichste Mode-Location dar. Mit Labels wie Adidas, Lacoste, Pepe Jeans und Mustang konzentriert man sich vor allem auf junge Mode. Im Rahmen der Messe wird auch erstmals Popstar Justin Timberlake seine eigene Kollektion präsentieren.

Vom Flughafen zum Bahnhof

Im ehemaligen Postgüterbahnhof haben sich 900 Aussteller für die Fachmesse Premium angekündigt. Bekannte Marken wie Strenesse Blue und Susanne Wiebe vertreten moderne Designs, Denim-Styles, angesagte Trendkollektionen, Casualwear, Accessoires und Schuhe. Auch die Projektgalerie präsentiert an fünf Tagen internationale Marken und Jungdesigner in der Torstraße.

Neben den Trends für Frühjahr/Sommer 2010 wird dieses Mal auch ein Schwerpunkt auf "grüne Mode" gesetzt. Bei "thekey.to", der ersten internationalen Messe für grüne Mode, stehen insgesamt 100 Öko-Modelabels, darunter auch vier österreichische Designer, im Mittelpunkt. "Ökoluxus" wird zeitgleich im noblen Hotel Adlon präsentiert: Die Designer-Initiative "Green Affairs" präsentiert im GreenShowroom 20 hochwertige Label. Studenten der Berliner Modeschule "Esmod" zeigen indes im Rahmen der "Collection of Hope" ihre aus rein ökologischen Materialien gefertigte Kollektion.

Man will sich der Probleme bewusst werden bei der fünften Berliner Fashion Week: Neben einem grünen Schwerpunkt wird diesmal auch gezielt auf soziale Projekte gesetzt. Besonders erwähnenswert ist hierbei der Designer Paktrick Mohr, der in Kooperation mit dem Magazin "Straßenfeger" zu meditativer Musik 20 Obdachlose am Laufsteg präsentiert. Weniger ungewöhnlich wird es bei der Marke Eastpak, die gemeinsam mit dem Berliner Verein für Straßensozialarbeit 25 Jugendliche aus sozialen Brennpunkten über den Laufsteg spazieren lässt.


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