Wer morgen bestehen will, muss sich schon heute der Digitalisierung stellen

Familienunternehmen müssen ihre Geschäftsmodelle darauf anpassen.

Die BDO-Digitalisierungsexpertinnen Gabriele Bolek-Fügl (l.) und Daniela Heilinger: „Der Nutzen einer Blockchain findet nur im Austausch mit anderen statt. Aber man muss genau wissen, was man dabei will, und die Regeln definieren.“
Die BDO-Digitalisierungsexpertinnen Gabriele Bolek-Fügl (l.) und Daniela Heilinger: „Der Nutzen einer Blockchain findet nur im Austausch mit anderen statt. Aber man muss genau wissen, was man dabei will, und die Regeln definieren.“
Die BDO-Digitalisierungsexpertinnen Gabriele Bolek-Fügl (l.) und Daniela Heilinger: „Der Nutzen einer Blockchain findet nur im Austausch mit anderen statt. Aber man muss genau wissen, was man dabei will, und die Regeln definieren.“ – (c) Stanislav Jenis

Viele reden von Digitalisierung, Blockchain und Co. Und obwohl schon einige Unternehmen an der digitalen Transformation intensiv arbeiten, ist die digitale Welle noch nicht in der Breite der Wirtschaft angekommen. „Doch jedes Familienunternehmen muss sich diesem Thema stellen“, meinen die BDO-Expertinnen Gabriele Bolek-Fügl und Daniela Heilinger. „Die Digitalisierung kostet zwar viel Geld, weil man alte Systeme, die über viele Jahre gewachsen sind, ersetzen muss. Wenn man es aber nicht macht, muss man sich überlegen, ob man morgen noch wettbewerbsfähig ist.“
Bolek-Fügl ist Wirtschaftsmathematikerin und Senior Manager im IT-Audit-&-Advisory-Team. Heilinger ist Steuerberaterin und sieht sich als Coach in der Digitalisierungswelt: „Da alles individuell ist, muss der Steuerberater Begleiter des Unternehmers sein, der Varianten aufzeigt – aber auch, wo er sich sieht. Denn er muss das tragen, weil es ja sein Unternehmen ist.“
Warum Handlungsbedarf für die Unternehmer besteht, verdeutlicht die IT-Spezialistin Bolek-Fügl: „Da die Systeme vernetzter werden, Unternehmen immer mehr Systeme einsetzen und es dadurch immer mehr Schnittstellen gibt, in die Daten einfließen, prüfen wir immer mehr.“
Es dürfe bei der Digitalisierung aber keine neue Buchhaltung gemacht werden, sondern das gesamte Geschäftsmodell müsse neu gedacht und darauf abgestimmt werden. „Im Endeffekt geht es um die Prozesse im Unternehmen“, sagt Heilinger. Das bringe zwei Aspekte, ergänzt Bolek-Fügl: „Entweder kann ich durch die Digitalisierung Kosten sparen und damit meine Margen verbessern. Oder ich denke nach, wie ich mit zusätzlichen Services, die aus der digitalen Welt kommen, mehr verkaufen, also meinen Umsatz steigern kann.“

Mehrwert durch Blockchain

Ein probates Mittel für die digitalen Abläufe ist die Blockchain. „Ich kann auch Dinge aus der Blockchain für mein Geschäftsmodell auswerten“, sagt Bolek-Fügl. „Der Nutzen einer Blockchain findet nur im Austausch mit anderen statt.“ Aber man müsse genau wissen, welches Ziel man damit erreichen wolle – welche Sachen man damit transportieren und was daraus man öffentlich machen wolle.
Das Wichtigste beim Aufsetzen der Kette sei, dass man die Regeln festlege, was im Mittelpunkt stehen soll. Bolek-Fügl: „Nur die richtigen Ereignisse lösen einen Zahlungsfluss aus.“
Obwohl das Thema Blockchain noch in den Kinderschuhen ist, sei der Beratungsaufwand gestiegen. „Es gibt in fast allen großen Unternehmen Pilotprojekte“, sagen die BDO-Expertinnen. „Aber auch Familienbetriebe müssen sich damit auseinandersetzen.“

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