Was echtes Outplacement kann und wer es kann?

Präsident und Vize-Präsident des „Austrian Chapters der Association of Career Firms International“, Mag. Hans Pieczara und Dr. Norbert Kiesling, über Ziele und Hintergründe dieses Verbandes von Outplacement Anbietern:

Hans Pieczara, Geschäftsführer Lee Hecht Harrison / OTM Norbert Kiesling, Geschäftsführer Schuster & Associates

Herr Pieczara, wofür steht der Begriff Association of Career Firms (ACF)?


Im „Verband internationaler Karriereberatungsfirmen“ sind seit 2005 die führenden Outplacement-Berater Österreichs zusammengeschlossen. Wir sind Spezialunternehmen, mit dem Anliegen, das Leistungsniveau und die Erfolgschancen der Dienstleistung Outplacement auf höchstem Stand festzuschreiben und sich von anderen Anbietern abzuheben, welche Outplacement-ähnliche Dienstleistungen, Bewerbungstrainings etc. neben ihrer eigentlichen Tätigkeit z.B. als Personal- oder Unternehmensberater offerieren.

 


Herr Kiesling, was sind die Ziele der Association of Career Firms?


Dass die Mitgliedsfirmen als Qualitätsanbieter im Markt erkannt und so Entscheidungen erleichtert werden;
als Ansprechpartner der Politik und anderer gesellschaftlichen Gruppen zu fungieren;
die internationale Zusammenarbeit durch enge Kooperation mit ACF-Europe und ACF International (auf globaler Ebene) zu fördern;
eine angemessene Infrastruktur, klare ethische Grundsätze, eine qualifizierte Ausbildung und Führungserfahrung der eingesetzten Berater zu gewährleisten.

 


Welche Erfolge hat der ACF bisher auf zu weisen?


Pieczara: Auf Betreiben des ACF ist es z.B.: gelungen, die Ausgaben für Outplacement als Firmenaufwendung steuerlich absetzbar geltend zu machen und aus dem Graubereich „Vorteil aus dem Dienstverhältnis“ heraus zu nehmen. Damit wurde eine Praxis beendet, die betroffenen Personen nach Verlust ihres Arbeitsplatzes auch noch eine steuerliche Bürde bei Outplacement-Unterstützung aufzuerlegen.

 


Welche weiteren Anliegen hat der ACF für die Zukunft?


Kiesling: Durch ständigen Ausstauch der Maßnahmen zur Qualitätssicherung und deren Verbesserungen werden die Standards von AFC international nicht nur in Österreich sichergestellt, sondern umgekehrt wird mit unserem Input für neue Maßstäbe in der internationalen Outplacement- Unterstützung gesorgt.


http://www.schuster-associates.at/de/zertifikat 
http://www.lhhaustria.at/pdf/ACF_zertifikat.pdf 

 


Was ist Outplacement, wodurch unterscheidet es sich von Bewerbungstraining, Karriereberatung, Lebenslauferstellung u.ä.?


Schwerpunkte der Outplacement-Berater sind die Unterstützung der Unternehmen bei Restrukturierungen, sowie die Beratung bei der Gestaltung von Trennungen und die ganzheitliche Unterstützung der ausscheidenden Mitarbeiter.
Outplacement, (wörtlich: „woanders hineinplatzieren“) ist mehr als Bewerbungstraining; es ist eine umfassende Methode zur Lösung von Problemen beim Ausscheiden von Mitarbeitern – sowohl für das Unternehmen als auch für die Betroffenen.
Outplacement ist nicht Stellenvermittlung, sondern bietet professionelle Vorbereitung auf die Stellensuche, und verbessert dadurch die Chancen im Kampf um die vorhandenen Stellen. Zusätzlich werden besonders effektive und innovative Suchtechniken vermittelt, um Jobs auf dem verdeckten Arbeitsmarkt aufzuspüren. Über diese aktiven Suchtechniken, wie z.B. der Aufbau eines persönlichen Kontaktnetzes, sowie Recherche und Direktansprache geeigneter Firmen, finden Betroffene wieder einen neuen, adäquaten Arbeitsplatz.

http://www.acf-europe.org/
http://www.acf-austria.org/ 
http://www.schuster-associates.at/ 
http://www.placementgroup.at/ 
http://www.lhhaustria.at/ 

 

Outplacement ist oft vernachlässigt, aber eine enorme Chance auch im Employer Branding! Es ist ein professioneller Aus- und Übertrittsprozess, wo sich unsere Werte und Versprechen in Ausnahmesituationen bewähren müssen.

Bernhard Reisner, VP Human Capital, MIBA AG

Unser Berater-Job ist nicht nur unser Fachwissen hinsichtlich Suche weiterzugeben, mindestens die Hälfte ist die persönliche/menschliche Unterstützung, die uns so wertvoll macht

Michaela Buttazzoni, Executive Outplacement Beraterin

 

http://www.lhhaustria.at/Michaela-Buttazzoni.htm
https://www.xing.com/profile/Michaela_Buttazzoni

 

Was macht Outplacement erfolgreich?

Besonders wichtig ist für die Betroffenen die Sicherheit, solange betreut zu werden, bis sie einen adäquaten Job gefunden haben; das Vertrauensverhältnis zwischen Betroffenem und Berater müssen stimmen. Genauso wichtig ist es dem Betroffenen nach dem Trennungsgespräch durch den Vorgesetzten etwas Zeit zu geben und das Auffanggespräch mit dem Outplacementberater eventuell erst zwei Tage später zu führen. So hat der Betroffene die Möglichkeit, sich vorzubereiten.


Welchen Stolpersteinen aus dem Weg gehen?

Häufig bleibt keine Zeit um Auffang- und Infogespräche vor-zu-bereiten. Wichtig ist also, den Zeitplan für die Umsetzung nicht zu knapp anzusetzen, d.h. die Angebotseinholung bei einem Outplacementanbieter sollte zeitgerecht vor dem Trennungsgespräch erfolgen. Die Betroffenen sind oft unzureichend über das Angebot informiert und eine einvernehmliche Lösung ist daher nur schwer zu verhandeln, daher ist eine gute Planung das Um und Auf.

Outplacement ist steuerfrei!

Wenn der Betriebsrat im Vorfeld nicht eingebunden ist und das Angebot nicht kennt, wird oft nur für monetäre Maßnahmen plädiert. Tatsache ist hierbei, dass diese der Firma durch die Steuer mehr kosten, denn Outplacement ist steuerfrei. Auch ist zu bedenken, dass Geld keinen Job findet und falls jemand bereits einen Job gefunden hat, nimmt er trotzdem das Geld. Die Erfahrung zeigt, dass Outplacement als echte Unterstützung den adäquaten Job zu finden, als wertvoller empfunden wird als nur der der „Golden Handshake“ alleine.



 


 

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