Harmonie zwischen SPÖ und ÖVP beim Höhenfrühstück

Event. Wiens SP-Finanzstadträtin Renate Brauner und ÖVP-Vizechefin Bettina Glatz-Kremsner sehen eine gute Gesprächsbasis zwischen den Parteien.

 Höhenfrühstück: „trend“-Chefredakteur Andreas Weber, Bettina Glatz-Kremsner, Renate Brauner und „Presse“-Chefredakteur und Herausgeber Rainer Nowak (v. l.).
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 Höhenfrühstück: „trend“-Chefredakteur Andreas Weber, Bettina Glatz-Kremsner, Renate Brauner und „Presse“-Chefredakteur und Herausgeber Rainer Nowak (v. l.).
Höhenfrühstück: „trend“-Chefredakteur Andreas Weber, Bettina Glatz-Kremsner, Renate Brauner und „Presse“-Chefredakteur und Herausgeber Rainer Nowak (v. l.). – Luiza Puiu

Obwohl mit Renate Brauner und Bettina Glatz-Kremsner zwei Vize-Parteichefinnen von SPÖ und ÖVP beim diesjährigen Höhenfrühstück von „Presse“ und „trend“ eingeladen waren, war es ein harmonischer Tagesbeginn in der Postalm. Ob das vielleicht auch damit zu tun habe, dass Frauen weniger eitel sind und mehr konsensorientiert, fragte „Presse“-Chefredakteur Rainer Nowak.


Renate Brauner, Wiens Finanzstadträtin, meinte dazu, dass Frauen vielleicht faktenorientierter seien. Wichtig sei ihr, dass die Gesprächsbasis zwischen den ehemaligen Koalitionspartnern beibehalten wird. Und: „Für mich ist die Zusammenarbeit zwischen SPÖ und ÖVP nach der Nationalratswahl nicht ausgeschlossen.“


Bettina Glatz-Kremsner, Vorstand der Casinos/Lotterien und seit Juli Vize-Parteiobfrau der ÖVP, ist abwartend: „Dass wir beide uns gut verstehen, ist kein Einzelfall. Wir haben viele Standpunkte, die uns vereinen, andere nicht. Warten wir mal den Wahlsonntag ab.“ Warum sie als erfolgreiche Managerin zusätzlich eine Funktion in die Politik übernommen hat, fragt „trend“-Chefredakteur Andreas Weber. „Ich denke mir, je mehr Leute einen Beitrag leisten, desto mehr bringen wir dieses Land nach vorne.“


Ähnlich harmonisch sind Brauner und Glatz-Kremsner auch beim Thema Frauenförderung. Die Politik müsse Maßnahmen setzen, um Bewusstsein zu schaffen, so Brauner. Von Kinderbetreuungsplätzen über flexible Arbeitszeiten bis zur Förderung von Mädchen im Ausbildungsbereich. Den größten Nachholbedarf gebe es nach wie vor im Management von börsenorientierten Unternehmen und in Aufsichtsräten. Brauner erinnert dabei an die Karriere Glatz-Kremsners: Als sie Vorstand wurde, haben alle ungarischen Kollegen gratuliert, in Österreich wurde sie gefragt, wie sich das mit der Familie ausgeht. Und Brauner zum Thema Quote? „Es ist traurig, dass wir sie brauchen. Aber es ist notwendig.“

Positive Diskriminierung bis zur Erreichung der Quote


Glatz-Kremsner sieht das ähnlich: „Mir wäre lieber, wir bräuchten keine. Aber sonst passiert nichts.“ Sie hat ihre Kindheit im kommunistischen Ungarn verbracht, wo alle Frauen gearbeitet haben – auch in Spitzenfunktionen. „Dort zählte die Leistung, nicht das Geschlecht. Ich hatte lange Jahre ein schlechtes Gewissen, weil ich immer darauf angesprochen wurde, wie es meinem Kind geht.“ Daher gibt es auch bei den Casinos und Lotterien positive Diskriminierung, solange die 50-Prozent-Quote im Management nicht erreicht ist.


Und wie sehen die beiden ihre persönliche Zukunft, wo doch sowohl die Casinos als auch die Wiener SPÖ im Umbruch sind? Glatz-Kremsner: „Es ist eine intensive Zeit für die Casinos mit Vorstandswechsel und neuer Eigentümer-Struktur. Aber: Ich bringe mich als Frau in der Wirtschaft in die Politik ein, nicht als Frau aus der Wirtschaft.“ Renate Brauner kann die Aufregung der Medien um den angekündigten Abgang Michael Häupls im Jänner nicht verstehen. „Entweder es gibt einen Kandidaten oder zwei.“ Ob sie antreten wird? „Kein Kommentar.“ (tst)

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