Weiterer Blauhelmsoldat in Zentralafrikanischer Republik getötet

Im krisengeschüttelten afrikanischen Staat ist erneut ein UN-Soldat in einen tödlichen Hinterhalt geraten.

Die Soldaten der UN-Friedensmission werden immer wieder Opfer des Bürgerkriegs, unter dem auch die Bevölkerung leidet.
Die Soldaten der UN-Friedensmission werden immer wieder Opfer des Bürgerkriegs, unter dem auch die Bevölkerung leidet.
Die Soldaten der UN-Friedensmission werden immer wieder Opfer des Bürgerkriegs, unter dem auch die Bevölkerung leidet. – APA/AFP/FLORENT VERGNES

In der Zentralafrikanischen Republik ist abermals ein UN-Blauhelmsoldat bei einem Angriff getötet worden. Der mauretanische Soldat sei am Donnerstag mit seinem Konvoi im Süden des Landes in einen Hinterhalt geraten und getötet worden, teilte die UN-Mission Minusca in der Hauptstadt Bangui mit. Acht weitere mauretanische Soldaten seien verletzt worden, fünf von ihnen schwer.

Der Mauretanier war der dritte UN-Blauhelmsoldat, der seit Jahresbeginn in dem Krisenland getötet wurde. Der UN-Sondergesandte Parfait Onanga-Anyanga sprach von "blinder Gewalt" auf eine Friedenstruppe, was "inakzeptabel" sei. Die mauretanische Regierung machte christliche Milizen für den Überfall verantwortlich, die gegen muslimische Rebellen kämpfen.

Christliche Milizen gegen muslimische Rebellen

In den vergangenen Monaten kam es in der Zentralafrikanischen Republik wieder verstärkt zu gewaltsamen Zusammenstößen rivalisierender Gruppen. Das löste international Sorge vor einem Rückfall des Landes in blutige Gewalt aus.

Der afrikanische Staat war vor fünf Jahren ins Chaos abgeglitten, nachdem eine muslimische Miliz den damaligen Präsidenten gestürzt hatte. Die Miliz wurde durch eine französische Militärintervention von der Macht vertrieben und ein neuer Präsident gewählt.

Staatschef Faustin-Archange Toudera stützt sich nun in der Hauptstadt auf die große Blauhelmtruppe. Allerdings hat er nur beschränkte Teile seines Landes unter Kontrolle. Weite Landstriche werden von marodierenden Milizen beherrscht, die sich oft als Vertreter christlicher oder muslimischer Interessen ausgeben.

(APA/AFP)

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