Geständnis im Mordfall Lübcke

Der Verdächtige Stephan E. erklärt, den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten vor beinahe vier Wochen alleine geplant und ausgeübt zu haben.

Bild von der Trauerfeier für den getöteten Regierungspräsidenten Lübcke
Bild von der Trauerfeier für den getöteten Regierungspräsidenten Lübcke
Bild von der Trauerfeier für den getöteten Regierungspräsidenten Lübcke – imago images / Hartenfelser

Im Fall Walter Lübcke hat der Tatverdächtige Stephan E. ein Geständnis abgelegt. Er erklärte, den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten vor beinahe vier Wochen alleine geplant und ausgeübt zu haben. Die Ermittlungen über allfällige Mittäter und Mitwisser gehen laut deutschen Medienberichten aber weiter.

Zu der Tat hätten ihn Lübckes Äußerungen über Flüchtlinge im Oktober 2015 im hessischen Lohfelden angestachelt. Der CDU-Politiker hatte in der Debatte über Asylpolitik gesagt: "Da muss man für Werte eintreten. Und wer diese Werte nicht vertritt, der kann jederzeit dieses Land verlassen, wenn er nicht einverstanden ist. Das ist die Freiheit eines jeden Deutschen."

Der Kasseler Regierungspräsident war in der Nacht zum 2. Juni auf der Terrasse seines Wohnhauses im hessischen Wolfhagen-Istha niedergeschossen worden. Der 45-jährige Stephan E. ist ein vorbestrafter Rechtsextremist. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen an sich gezogen, es stuft das Verbrechen als politisches Attentat mit rechtsextremem Hintergrund ein.

„Brauner Terror"

Der Chef des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, sagte, er gehe nicht von einer Verschärfung der Sicherheitslage aus. Der Präsident des deutschen Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Thomas Haldenwang, betonte, die Behörden hätten Stephan E. seit 2009 nicht mehr intensiv auf dem Radar gehabt. Das Bundesamt müsse sich in Sachen Bekämpfung des Rechtsextremismus stärker aufstellen.

Der SPD-Innenpolitiker Burkhard Lischka sagte, der Mordfall zeige, wie weit sich "der braune Terror" ausgebreitet habe. Das Attentat müsse "ein Wendepunkt werden". Der Grünen-Politiker Konstantin von Notz forderte, rechtsterroristische Strukturen müssten stärker durchleuchtet werden. Die Behörden müssten Menschen, die sich bedroht fühlten - etwa weil sie sich als Ehrenamtliche oder Politiker für Flüchtlinge einsetzen - eine Einschätzung über ihre konkrete Gefährdung liefern.

(Red.)

Lesen Sie mehr zum Thema
Meistgekauft
    Meistgelesen
      Kommentar zu Artikel:

      Geständnis im Mordfall Lübcke

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.