Zwei türkische Soldaten getötet: Anschlag der PKK?

Ein dritter Soldat und ein Zivilist seien bei der Detonation im Südosten der Türkei verletzt worden. Der Sprengstoff sei am Straßenrand in der Nähe von Militärbaracken versteckt gewesen.

Zwei tuerkische Soldaten getoetet
Zwei tuerkische Soldaten getoetet
Symbolbild: Türkische Soldaten – (c) AP (Ibrahim Usta)

Im überwiegend von Kurden bevölkerten Südosten der Türkei sind nach Angaben aus Sicherheitskreisen am Freitag zwei Soldaten bei einem Anschlag getötet worden. Ein dritter Soldat und ein Zivilist seien bei der Detonation am Morgen in der Nähe von Lice in der Provinz Diyarbakir verletzt worden. Der Sprengstoff sei am Straßenrand in der Nähe von Militärbaracken versteckt gewesen. In den Sicherheitskreisen wurde die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für den Anschlag verantwortlich gemacht.

Die PKK wird von der Türkei, der Europäischen Union und den USA als terroristische Vereinigung eingestuft. In ihrem Kampf für einen unabhängigen Kurdenstaat sind seit 1984 mehr als 40.000 Menschen ums Leben gekommen. 1998 standen die Türkei und Syrien am Rande eines Krieges, als der Streit um den später vom türkischen Geheimdienst aus Kenia entführten PKK-Chef Abdullah Öcalan und dessen Versteck in Syrien eskalierte. Die syrische Führung lenkte damals in geheimen Verhandlungen ein. Öcalan, der seit 1999 in Haft ist, war vom türkischen Geheimdienst aus Kenia entführt und von einem Staatssicherheitsgericht zum Tod verurteilt worden. Sein Todesurteil wurde nach Abschaffung der Todesstrafe in lebenslange Haft umgewandelt.

Die PKK hatte im April 2009 angekündigt, ihre bewaffneten Aktivitäten vorübergehend einzustellen. 2010 kündigte sie eine Verstärkung des bewaffneten Kampfes gegen die Türkei an und erklärte eine einseitig erklärte Waffenruhe für hinfällig. Die türkische Regierung sei wegen ihrer "Angriffe auf das kurdische Volk" verantwortlich für diesen Schritt, hatte es geheißen.

Erdogan droht mit Militärschlag

Erst am Vortag hatten sich die Spannungen zwischen Syrien und der Türkei in der PKK-Frage verschärft: Der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan beschuldigte das syrische Regime, den an die Türkei grenzenden Norden Syriens der kurdischen Untergrundorganisation PKK "anvertraut" zu haben. Die Türkei habe das Recht, gegen die kurdischen Rebellen auf der anderen Seite der Grenze vorzugehen. Das sei eine "Selbstverständlichkeit" und Teil der türkischen Verteidigungsstrategie.

In den vergangenen Tagen war es vermehrt zu Gefechten zwischen türkischen Soldaten und PKK-Kämpfern gekommen, die aber offenbar nicht aus Syrien sondern aus dem Irak eingesickert waren.

(APA/Reuters)

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