Vergewaltigungs-Sager: Partei drängt Akin zu Rücktritt

Der republikanische Senatskandidat Akin entschuldigt sich für seine Aussage zu Schwangerschaften nach "legitimer Vergewaltigung". Er will sich aber nicht zurückziehen.

Vergewaltigungs-Sager: Republikaner verliert Rückhalt
Vergewaltigungs-Sager: Republikaner verliert Rückhalt
Todd Akin – (c) AP (Orlin Wagner)

Die US-Republikaner versuchen, im Skandal um die Vergewaltigungs-Bemerkung des Senatskandidaten Todd Akin zu retten, was noch zu retten ist. Akin hatte in einem TV-Interview gesagt, "legitime Vergewaltigung" ("legitimate rape") führe nur selten zu einer Schwangerschaft.

Das National Republican Senatorial Committee kündigte nun an, Akin die finanzielle Unterstützung zu entziehen. Er verliert dadurch unter anderem fünf Millionen Dollar, die für eine Werbekampagne im Herbst geplant gewesen waren. Senator John Cornyn, Vorsitzender des National Senatorial Commitee, sagte am Montagnachmittag (Ortszeit), Akin müsse innerhalb der nächsten 24 Stunden sorgfältig überlegen, was das beste für ihn, seine Familie und die republikanische Partei sei. Hintergrund des Aufrufs: Am Dienstagnachmittag läuft die Frist ab, in der die Partei noch einen anderen Kandidaten für die Senatswahl in Missouri im November nominieren kann.

Auch der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney distanzierte sich von Akin. Dessen Anmerkungen seien "beleidigend, unentschuldbar und schlichtweg falsch", sagte er in einem Interview des "National Review Online". Romney betonte auch, eine Regierung unter seiner Führung würde Abtreibungen bei Vergewaltigungen nicht ablehnen.

Der republikanische Senator von Massachusetts, Scott Brown, forderte Akin offen zur Rücknahme seiner Kandidatur auf: Als Ehemann und Vater zweiter junger Frauen halte er Akins Aussagen für "empörend und falsch".

Akin: "Meinte 'gewaltsame Vergewaltigung'"

Akin zeigt sich bislang nicht zu einem Rückzug bereit: „Ich bin kein Drückeberger", sagte er in einem Radiointerview. Für seine Aussagen entschuldigte er sich: Er habe sich versprochen, er habe „gewaltsame Vergewaltigung" („forcible rape") sagen wollen. Vergewaltigung sei niemals „legitim". Er wisse außerdem sehr wohl, dass Frauen durch eine Vergewaltigung schwanger werden könnten.

Präsident Barack Obama meinte zu Akins Aussagen: „Vergewaltigung ist Vergewaltigung". Die Bemerkungen des Republikaners würden zeigen, warum nicht ein Haufen Politiker, die meisten davon Männer, über die Gesundheit von Frauen entscheiden sollten.

Akin tritt im November bei der Senatswahl in Missouri gegen die demokratische Amtsinhaberin Claire McCaskill an. Diese könnte durch den Vorfall Aufwind erhalten. Bis jetzt galt ihre Wiederwahl als stark gefährdet. Die Republikaner hoffen, ihren und andere Senatssitze zu erobern, und damit auch die Kontrolle über die zweite Kammer im US-Kongress zu erlangen, nachdem sie seit 2010 das Repräsentantenhaus kontrollieren.

(Red.)

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