"Ekelhaft": Republikaner Christie attackiert Parteifreunde

Das US-Repräsentantenhaus hat Hilfsgelder für "Sandy"-Opfer nicht freigegeben. Der Gouverneur von New Jersey reagiert erbost.

Chris Christie
Chris Christie
Chris Christie – AP

"Es war enttäuschend und ekelhaft für mich, das zu sehen. (...) Schämt euch!" Der republikanische Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, sorgt wieder einmal mit unverblümten Worten für Schlagzeilen. Seine Wut richtet sich diesmal gegen die eigenen Parteifreunde. Der Grund: Das von den Republikanern dominierte Repräsentantenhaus hätte am Dienstag eigentlich 60,4 Milliarden Dollar an Hilfsgeldern für Opfer des Sturms "Sandy" freigeben sollen. Doch der republikanische Mehrheitsführer John Boehner vertagte die Sitzung nach der zwischen Republikanern und Demokraten hart umkämpften Einigung im Haushaltsstreit.

"Nur eine Gruppe ist verantwortlich für das anhaltende Leiden der unschuldigen Opfer: die Mehrheit im Repräsentantenhaus und ihr Sprecher John Boehner", sagte Christie am Mittwoch in einer Pressekonferenz: "Schämt euch!" Er sei wütend und enttäuscht, habe aber die Hoffnung, dass die "guten Leute im Kongress" ihre Kollegen dazu bewegen würden, endlich Parteipolitik beiseite zu lassen und den Opfern zu helfen.

--> YouTube-Video von Christies Rede

Obama fordert "unverzügliche" Freigabe

Auch Präsident Barack Obama rief die Republikaner im Repräsentantenhaus zur "unverzüglichen" Freigabe der Hilfsgelder auf. Die Regierung hatte die Unterstützung für die betroffenen Menschen im Nordosten der USA Anfang Dezember beim Kongress beantragt. Der von den Demokraten dominierte Senat segnete das Paket bereits am Freitag ab.

Durch den Wirbelsturm "Sandy" vom 29. Oktober waren in den USA rund 120 Menschen ums Leben gekommen. Der Sturm richtete im Nordosten der USA schwere Zerstörungen und Überschwemmungen an, vor allem in New York und New Jersey.

Gouverneur Christie wird als möglicher republikanischer Kandidat für die Präsidentschaftswahl 2016 gehandelt. Er hat in der Bevölkerung viele Fans, und das nicht nur unter Anhängern der "Grand Old Party".

(kron)

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