Türkei: Rakete trifft Wohnhaus an Grenze zu Syrien

Das Geschoss dürfte aus Syrien abgefeuert worden sein. Verletzt wurde niemand. Russlands Ministerpräsident Medwedjew ortet indes einen "fatalen Fehler" von Syriens Diktator Bashar al-Assad.

Tuerkei Rakete trifft Wohnhaus
Tuerkei Rakete trifft Wohnhaus
Absperrung nach Raketeneinschlag – (c) REUTERS (OSMAN ORSAL)

In der Nacht auf Montag traf ein aus Syrien abgefeuertes Raketengeschoss ein Wohnhaus in der grenznahen ostanatolischen Provinz Sanliurfa. Es kam jedoch nicht zu einer Detonation, sodass niemand verletzt wurde, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.

In der unter der Kontrolle der Freien syrischen Armee stehenden syrischen Nachbarprovinz Hassake liefern sich die Rebellen seit zwei Wochen heftige Gefechte mit der Armee von Machthaber Bashar Al-Assad.

Medwedjew ortet "fatalen Fehler"

Die russische Regierung sieht die Chancen des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad auf einen Machterhalt schwinden. Jeden Tag würden sie "kleiner und kleiner", sagte Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew dem Sender "CNN" am Sonntag. Möglicherweise habe Assad einen "wichtigen, wenn nicht sogar fatalen Fehler" gemacht, indem er bei politischen Reformen zu lange gezögert habe.

"Er hätte viel früher handeln müssen und die friedfertige Opposition, die zu Verhandlungen mit ihm bereit war, einladen müssen", sagte Medwedjew weiter. "Ich habe Assad persönlich mehrmals angerufen und ihn dazu gedrängt, Reformen zuzulassen und Gespräche zu führen. Aus meiner Sicht ist die syrische Führung dazu unglücklicherweise noch nicht bereit."

Der Premier wiederholte auch die Position seines Landes, dass eine Lösung des Konflikts nicht von außen kommen dürfe: "Es ist Sache des syrischen Volkes, das zu entscheiden, nicht Sache Russlands, nicht Sache der USA oder irgendeines anderen Landes." Erst letzte Woche hatte Außenminister Sergej Lawrow der syrischen Opposition mit den Forderungen nach Assads Rücktritt "Besessenheit" vorgeworfen.

Russland ist einer der letzten Verbündeten der Regierung Assad und blockiert im Sicherheitsrat Syrien-Resolutionen.

Aufständische nehmen Bahnhof ein

In Syrien selbst nahmen die Aufständischen nach eigenen Angaben einen Bahnhof im Süden der Hauptstadt Damaskus ein. Im Internet verbreitete Filmaufnahmen zeigten nach Darstellung der Opposition, wie das Gelände im Bezirk Qadam am Sonntag erobert wurde. In einer Einstellung war schwarzer Rauch zu sehen, der aus einem Gebäude aufstieg. Dies sei die Folge eines Luftangriffs der Armee, teilte die Aufständischen mit. Die südliche Hauptstraße nach Deraa sei nun gesperrt.

Die staatlichen Medien berichteten nicht über die Kämpfe. Eine unabhängige Bestätigung der Angaben aus Syrien ist kaum möglich, weil die Regierung den Zugang stark beschränkt.

Gespräche über die humanitäre Krise

Die Nothilfekoordinatorin der Vereinten Nationen, Valerie Amos, reiste indes am Sonntag zu Gesprächen über die humanitäre Krise nach Syrien. Wie aus UN-Kreisen verlautete, will Amos bei ihrem zweitägigen Besuch auch Vertreter des syrischen Außenministeriums treffen.

(Red./APA/AFP/Reuters)

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