Republikaner dankt Snowden: "Sie tun das Richtige"

Ein Ex-Senator kritisiert in einem Schreiben an den Whistleblower die "massive Verletzung der US-Verfassung". Snowden selbst erklärt, er werde auch unter Folter nichts verraten.

Republikaner dankt Snowden Richtige
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Snowden

Für das Gros der US-Politik ist Edward Snowden ein Verräter. Doch der Whistleblower erfährt auch überraschende Unterstützung aus dem republikanischen Lager. Das geht aus einem vom „Guardian" veröffentlichten elektronischen Briefwechsel zwischen dem Ex-Senator Gordon J. Humphrey und Snowden hervor.

„Sie haben das Richtige getan, indem sie eine aus meiner Sicht massive Verletzung der US-Verfassung enthüllten", schreibt Humphrey an Snowden. "Vorausgesetzt, dass Sie keine Informationen preisgegeben haben, die unsere Geheimdienstagenten gefährden".

Der Republikaner aus New Hampshire war zwölf Jahre lang - von 1979 bis 1990 - Senator und saß dabei in den Ausschüssen für Außenpolitik, Verteidigung und Justiz. „Ich habe also ein gutes Fundament für meine Schlussfolgerungen", schreibt Humphrey - und wünscht dem Whistleblower dann noch viel Glück in seinem Bemühungen um Asyl: „Halten sie durch."

"US-Regierung arrogant"

In einem weiteren E-Mail an den „Guardian" legte Humphrey dann noch einmal nach: Snowden sei ein „couragierter Whistleblower", die US-Regierung dagegen zunehmend „arrogant". Während gegen den 30-Jährigen eine „unverhältnismäßige" Kampagne gefahren werde, gebe es keine Bemühungen die Verantwortlichen "für den Machtmissbrauch und die wiederholte Verletzung der Verfassung zu identifizieren, zu entlassen und vor Gericht zu stellen", empört sich der Ex-Senator.

Snowden hat mittlerweile in einem Antwort-E-Mail an Humphrey zugesichert, dass er keine Informationen weitergeben werde, die seinem Heimatland schaden könnten. „Nicht einmal unter Folter", würde er das tun. „Was die wenigsten wissen: Ich habe bei der DIA Personen darin ausgebildet, wie sie selbst in dem bedrohlichstem Geheimdienst-Umfeld wie etwa in China Informationen vor der Preisgabe schützen können"; schreibt.

Der zwei Tage nach seinem Asylgesuch noch immer im Transitbereich des Moskauer Flughafens festsitzende IT-Techniker schließt seine E-Mail an Humphrey mit den Worten: „Danke für ihre Dienste an dem Land, das wir beide lieben, Edward Snowden."

(Red.)

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