NSA hat Lauschposten in Wien

Der US-Geheimdienst soll zudem die UN- Zentrale in New York abhören. Auch die EU bei den Vereinten Nationen wird weiter ausspioniert.

A protester tapes letters on a fence of the 'Dagger Complex' during a demonstration against the NSA in Griesheim
A protester tapes letters on a fence of the 'Dagger Complex' during a demonstration against the NSA in Griesheim
REUTERS

Die NSA unterhält in mehr als 80 Botschaften und Konsulaten weltweit ein eigenes Abhörprogramm. Das berichtet das deutsche Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" unter Berufung auf Dokumente des US-Whistleblowers Edward Snowden.

Das Programm werde intern "Special Collection Service" genannt und oft ohne das Wissen des Gastlandes betrieben. Einen entsprechenden Lauschposten soll die NSA demnach neben Frankfurt auch in Wien unterhalten. Die Existenz der Lausch-Einheiten in Botschaften und Konsulaten sei unter allen Umständen geheim zu halten, heißt es in den Unterlagen. Wenn sie bekannt würden, würde das "den Beziehungen zum jeweiligen Gastland schweren Schaden zufügen", zitierte "Der Spiegel" aus einem NSA-Dokument.

Der umstrittene US-Geheimdienst NSA soll zudem die Zentrale der Vereinten Nationen in New York abgehört haben. Dem Dienst sei es im Sommer 2012 gelungen, in die interne UN-Videokonferenzanlage einzudringen und die Verschlüsselung zu knacken. Dies habe "für eine dramatische Verbesserung der Daten aus Video-Telekonferenzen und der Fähigkeit, diesen Datenverkehr zu entschlüsseln" gesorgt.

"Yay!"

Die Freude darüber komme in dem geheimen NSA-Dokument mit den Worten zum Ausdruck: "Der Datenverkehr liefert uns die internen Video-Telekonferenzen der UNO (yay!)". Die Zahl der entschlüsselten Kommunikationen sei innerhalb von drei Wochen von zwölf auf 458 angestiegen. In einem Fall habe die NSA zudem den chinesischen Geheimdienst dabei ertappt, ebenfalls zu spionieren. Daraufhin sei abgefangen worden, was zuvor die Chinesen abgehört hatten.

Wie das Magazin weiter berichtet, soll die NSA zudem die EU bei den Vereinten Nationen auch nach deren Umzug in neue Botschaftsräume im September 2012 noch ausspioniert haben. Unter den Dokumenten, die Snowden von Rechnern der NSA kopiert hat, befinden sich Lagepläne der EU-Botschaft an der 3rd Avenue in New York, die die Lage der Büros, aber auch der IT-Infrastruktur und der Server betreffen.

(APA/dpa)

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