Angola verbietet den Islam

Auch weitere Religionsgemeinschaften sind betroffen, die laut der Regierung "im Widerspruch zu Gewohnheiten und Sitten der angolanischen Kultur stehen".

Angolas Präsident Dos Santos 2009 mit dem damaligen Papst Benedikt XVI.
Angolas Präsident Dos Santos 2009 mit dem damaligen Papst Benedikt XVI.
Angolas Präsident Dos Santos 2009 mit dem damaligen Papst Benedikt XVI. – EPA

Angola hat zahlreiche Religionsgemeinschaften, darunter als prominenteste den Islam, verboten. Dies berichteten am Dienstag regionale Medien sowie die angolanische Nachrichtenagentur Angop. Beschlossen wurde die Maßnahme demnach von den Ministerien für Kultus und für Justiz.

Es gehe nicht nur um die islamische Glaubensgemeinschaft, sondern grundsätzlich um Kirchen und Sekten, „die im Widerspruch zu Gewohnheiten und Sitten der angolanischen Kultur stehen", zitiert die Agentur Angop Kultusministerin Rosa Cruz e Silva. Zahlreiche religiöse Stätten müssten deshalb geschlossen werden. Mindestens 194 religiösen Organisationen seien weitere Aktivitäten in Angola verboten worden.

Islam in Angola nur Minderheit

Die Zeitung „O Pais" berichtete von der Schließung zahlreicher Moscheen im ganzen Land.Westliche Diplomaten in der angolanischen Hauptstadt Luanda bestätigten die Berichte.

Der Islam spielt in Angola allerdings keine große Rolle, von den rund 20 Millionen Angolanern sind lediglich geschätzte 80.000 bis 90.000 Muslime, genaue Zahlen gibt es nicht. Bei ihnen handelt sich vor allem um Menschen aus libanesischen Einwandererfamilien, die meistens sehr stark in Handel und Gewerbe aktiv sind. Auch einige Zuwanderer aus westafrikanischen Ländern, wo der Islam stärker verwurzelt ist, gehören zur Minderheit.

Die überwiegende Mehrheit der Angolaner gehört christlichen Konfessionen an, nach Schätzungen etwa die Hälfte dem Katholizismus. Der mittlerweile emeritierte Papst Benedikt XVI. machte 2009 auf seiner Afrika-Reise in Angola Station.

(APA/DPA/Red.)

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