Dürre: Hilfsorganisationen zahlten Geld an Terroristen

Die radikal-islamischen Shabaab-Milizen in Somalia erpressten von den Nothelfern während der Dürrekatastrophe 2011 Gebühren. Die Shabaab stehen mit dem Terrornetzwerk al-Qaida in Verbindung.

Somalische Shabaab-Kämpfer verteilen Hilfsgüter
Somalische Shabaab-Kämpfer verteilen Hilfsgüter
Somalische Shabaab-Kämpfer verteilen Hilfsgüter – REUTERS

Die Dürrekatastrophe, die Ostafrika und besonders das Horn von Afrika 2011 heimsuchte, war eine der verheerendsten der vergangenen Jahre: Mehr als 250.000 Menschen fielen ihr zum Opfer. Um zu den Bedürftigen vorzudringen zu könnten, mussten Hilfsorganisationen den Terroristen der al-Shabaab in Somalia offenbar beträchtliche Geldsummen zahlen. Dies berichtete die BBC unter Berufung auf einen Bericht zweier Think Tanks.

In weiten Teilen Somalias herrschten damals die radikal-islamischen Shabaab, die mit dem Terrornetzwerk al-Qaida in Verbindung stehen. Sie hatten zahlreiche Hilfsorganisationen aus ihrem Herrschaftsgebiet vertrieben, um westlichen Einfluss zurückzudrängen. Als sich die Dürrekatastrophe und die Hungersnot ausbreiteten, sahen sie aber offenbar auch Möglichkeiten, sich die Tätigkeit der Organisationen, die nicht namentlich genannt werden, zu Nutze zu machen.

Hilfslieferungen an Kämpfer umgeleitet

Offenbar wurden den NGOs zunächst "Registrierungsgebühren" von bis zu 10.000 Dollar abgepresst. Die Organisationen mussten in der Folge mit einem "Büro zur Koordinierung humanitärer Hilfe" zusammenarbeiten. Doch die Hilfslieferungen kamen offenbar nicht immer dort an, wo sie sollten, sondern wurden auch zur Versorgung der al-Shabaab-Kämpfer umgeleitet.

Die al-Shabaab wurden, auch durch die Mithilfe einer Militärmission der Afrikanischen Union, seither sukzessive zurückgedrängt, kontrollieren aber immer noch einige Gebiete im Süden Somalias. Zudem hat die Gruppe ihren Terror in Nachbarländer wie Kenia getragen.

(Red.)

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