Amnesty wirft Israel Menschenrechtsverletzungen vor

Die Menschenrechtsorganisation kritisiert in einem Report "absichtliche Tötungen" von Palästinensern. Israel spricht von einem "einseitigen Bericht".

Konfronation in der Westbank. Ein palästinensischer Aktivist versucht auf einem israelischen Militärfahrzeug eine Palästinenserfahne anzubringen.
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Konfronation in der Westbank. Ein palästinensischer Aktivist versucht auf einem israelischen Militärfahrzeug eine Palästinenserfahne anzubringen.
Konfronation in der Westbank. Ein palästinensischer Aktivist versucht auf einem israelischen Militärfahrzeug eine Palästinenserfahne anzubringen. – EPA/ABED AL HASHLAMOUN

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft Israel Kriegsverbrechen und andere schwere Menschenrechtsverletzungen an Palästinensern vor. Es gebe Beweise für absichtliche Tötungen von Palästinensern durch israelische Sicherheitskräfte, schreibt die Menschenrechtsorganisation in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht.

Er trägt den Titel „Schießwütig: Israels übermäßige Gewaltanwendung im Westjordanland". Alle Waffenlieferungen an Israel sollten ausgesetzt werden, forderte Amnesty vor einem Treffen des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanyahu mit US-Präsident Barack Obama in Washington.

"Amnesty-Bericht ist rassistisch"

Israel reagierte empört auf die Vorwürfe. Der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Yigal Palmor, sagte der dpa: „Amnesty lügt durch Auslassungen und auf andere Weise". Die Organisation spreche Israel schlicht das Recht auf Selbstverteidigung ab. Der Bericht sei von „Einseitigkeit, Diskriminierung und Rassismus" geprägt.
Auch Israels Streitkräfte kritisierten den Bericht scharf: „Amnesty ignoriert völlig den drastischen Anstieg palästinensischer Gewalt" gegen Israelis. Die Organisation habe keine Ahnung von den Herausforderungen, mit denen die israelischen Sicherheitskräfte konfrontiert seien, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme.

Der Direktor des Nahost- und Nordafrika-Programms von Amnesty, Philip Luther, erklärte dagegen: „Der Bericht enthält Beweise für ein schreckliches Muster ungesetzlicher Tötungen und ungerechtfertigter Verletzungen palästinensischer Zivilisten durch israelische Einheiten im Westjordanland". In dem 74 Seiten langen Papier listet Amnesty die Tötung von 45 Palästinensern im Westjordanland durch israelische Truppen seit 2011 auf.

(APA/dpa)

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