Fall Edathy: Hochrangiger Kriminalbeamter auf Kinderporno-Liste

Nicht nur SPD-Politiker Edathy, auch ein deutscher Spitzenbeamter soll kinderpornografisches Material aus Kanada bezogen haben.

GERMANY CRIME BKA
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APA/EPA/FREDRIK VON ERICHSEN

In der Affäre um den SPD-Politiker Sebastian Edathy gerät das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) immer stärker unter Druck. Grund sind neue Enthüllungen, wonach ein Spitzenbeamter des BKA auf der selben kanadischen Liste wie der frühere SPD-Abgeordnete stand. Offensichtlich habe der Beamte kinderpornografisches Material bezogen. Das BKA wies die damit verbundenen neuen Vorwürfe, im Fall Edathy zu zögerlich ermittelt zu haben, umgehend zurück. Laut "Spiegel Online" hatte das BKA den Fall ihres Mitarbeiters Anfang 2012 an die Staatsanwaltschaft übergeben.

Anders als bei Edathy sei das bei dem BKA-Mann sichergestellte Material "unzweifelhaft illegal und strafrechtlich relevant" gewesen, schrieb "Spiegel Online", das den Fall am Freitag aufgedeckt hatte.

CSU: "BKA-Chef muss zurücktreten"

Um einen Prozess zu vermeiden, habe der Beschuldigte Ende desselben Jahres einen Strafbefehl akzeptiert. Er sei ein Jahr später, Ende 2013, in den vorzeitigen Ruhestand versetzt worden. Scharfe Kritik am BKA kam noch am Freitagabend aus den Reihen der Opposition, aber auch von der CSU. "Sollte sich der Sachverhalt bestätigen, muss BKA-Chef (Jörg) Ziercke zurücktreten und dann brauchen wir auch einen BKA-Untersuchungsausschuss", sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt "Spiegel Online". "Das ist eine haarsträubende Geschichte." Ähnlich äußerte sich der Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz. "Die ganze Geschichte stinkt zum Himmel", sagte er "Handelsblatt Online".

>> Artikel auf "Spiege Online"

(APA/dpa)

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