"Hakenkreuz-Haus" wird umgebaut

Jahrelang hat die US-Navy nicht gestört, dass einer ihrer Stützpunkte die Form eines Hakenkreuzes hat. Es ist auch kaum jemandem aufgefallen. Beim Bau 1970 war die Form "nicht bemerkt" worden.

Google Earth

Anfang der Siebziger Jahre baute die US-Navy in Coronado, einer kalifornischen Kleinstadt in der Nähe von San Diego, eine Naval Base. Sie ist seither eine Drehscheibe der amerikanischen Seestreitkräfte, und beherbergt unter anderem das Kommando der amerikanischen Pazifikflotte. Was damals niemandem auffiel: Das Gebäude hat den Grundriss eines Hakenkreuzes. Wegen eines Flugverbots in dieser Gegend bemerkten das bisher nur wenige Menschen. Die Satellitenbilder von Google Earth zeigen das inzwischen umstrittene Gebäude seit mehreren Monaten im Internet. Nun soll es umgebaut werden.

Grundriss wurde "nicht bemerkt"

Steve Fiebing, der Sprecher der "Naval Amphibious Base", behauptet, dass "die endgültige Form des Gebäudes von den Navy-Planern übersehen worden ist, als die Pläne genehmigt worden sind. Wie es aus der Luft aussieht, hat die Navy erst nach dem Spatenstich entdeckt". Seit Google Earth hochauflösende Satellitenbilder ins Netz gestellt hat, ranken sich auf diversen Blogs die Gerüchte um das Gebäude: Ein Blogger behauptet, deutsche Kriegsgefangene hätten das Gebäude erbauen müssen, ein anderer, dass die Form auf die Flugformation japanischer Kamikazebomber ausgerichtet sei. Im Falle eines Angriffs wären nur Teile der Anlage zerstört, überlegt der Blogger "Schick5000".

Umbaukosten 600.000 Dollar

In der Zwischenzeit ist auch die Anti-Defamation-Leagua (ADL) auf das Hakenkreuz-Haus aufmerksam geworden. Die Organisation, die gegen die Diskriminierung von Juden eintritt, gab der US-Marine zu bedenken, dass es sich um eine "unglaublich unangemessene Form für ein Militärgebäude handelt". Die Navy reagierte und entschied sich entgegen früherer Ankündigungen für bauliche Veränderungen: Solarzellenanlagen auf den Dächern sowie Sichtschutzmaßnahmen und Umbauarbeiten sollen in Zukunft verhindern, dass aus der Luft ein Hakenkreuz zu erkennen ist. Militärsprecherin Angelic Dolan betonte: „Wir wollen niemanden beleidigen und wir wollen auch nicht mit diesem Symbol in Verbindung gebracht werden."

(Red.)

Google Earth

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