Scheidung im Hause Sarkozy

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy trennt sich nach elfjährige Ehe von seiner Frau Cécilia. Der Schritt erfolge "in beiderseitigem Einvernehmen", teilte das Präsidialamt in Paris am Donnerstag mit. Weitere Einzelheiten nannte es nicht. Französische Medien hatten bereits zuvor berichtet, Cecilia Sarkozy habe am Montag den Scheidungsantrag eingereicht.

Es ist das erste Mal in der Geschichte Frankreichs, dass sich ein Staatspräsident während seiner Amtszeit von seiner Frau trennt. Der "Nouvel Observateur" berichtete, Cécilia Sarkozy habe ihre Ehe als Fassade nur so lange aufrechtgehalten, bis ihr Mann in den Präsidentenpalast eingezogen sei. Das Paar habe eine stille Abmachung gehabt, so lange zusammenzubleiben. Seine Frau betrachte ihre Pflicht nun als erfüllt. "Ich habe Nicolas dorthin gebracht, wo er hin musste", habe sie zu Freunden gesagt.

Die Ehekrise der Sarkozys beherrscht seit Wochen die französischen Medien. Cécilia Sarkozy sei am Montagabend mit einer Anwältin bei Gericht im Pariser Vorort Nanterre gewesen, um eine Scheidung in beiderseitigem Einvernehmen zu beantragen, berichteten mehrere Zeitungen am Mittwoch. Ein Familienrichter habe sich kurz darauf in den Elysée-Palast begeben, um Sarkozys Unterschrift einzuholen.

In Frankreich ist unter Juristen allerdings weiter umstritten, ob Sarkozy sich im Amt scheiden lassen kann. Denn laut Verfassung darf der französische Staatschef "während seines Mandats" "nicht Objekt einer Handlung, eines Informationsaktes, einer Beweisaufnahme oder einer Strafverfolgung" sein. Damit könnte laut manchen Fachleuten auch ein Richter nicht die Scheidung aussprechen, selbst wenn der Präsident das wolle. Andere wiederum meinen, die Immunität des Präsidenten beziehe sich nicht auf eine einvernehmliche Scheidung.

Zuletzt waren die Sarkozys beim USA-Urlaub im August gemeinsam gesehen worden. Ihren letzten offiziellen Auftritt bestritt Cécilia Sarkozy am 14. Juli, dem Nationalfeiertag.

(APA)

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